Ein kleiner Affe, der alles mögliche festhält - meinanzeiger.de
23. April 2020
Gotha

Ein kleiner Affe, der alles mögliche festhält

Ausgezeichnete Ideen und Erfindungen kamen und kommen aus Gotha. Dank des „Agent Monkey“ hat Kabelsalat nun ein Ende.

Kathrin und Willi Deubner aus Gotha haben ganz viele gute Ideen. Nur eine davon ist der „Agent Monkey“

Viele große Erfindungen begannen ihren ­Erfolgsweg in einem kleinen Missgeschick. Auch die Geschichte des Multi-Tool-Clips „Agent Monkey“ startete so – in einer kleinen Werkstatt in Gotha, beim ­Zuschneiden eines Stückes Stoff. Kathrin Deubner liebt es, so oft wie möglich, mit ihren On-Ear-Kopfhörern Hörspiele zu hören. „Beim ­Zuschnitt eines Kleidungs­stückes passierte es. Sie schnitt versehentlich ein ­Kabel ihrer Ohrhörer durch, weil sie ihr ungeordnet vor dem Körper hingen“, erzählt Sohn Willi, der das Problem kennt, weil sich die kleinen ­Kabel schnell verknoten. „Ich höre das auch oft von Freunden, die mir ­immer wieder von solchen Sorgen berichten.“ Guter Rat war also ­gefragt. Wer die Deubners kennt, weiß, dass sie gute Ideen ­haben. So war es auch hier. Schnell war die Lösung gefunden.

Nach dem Prototyp eines Clips wurde dieser im ­Laufe eines halben Jahres weiterentwickelt. Seit gut eineinhalb Jahren ist das Multi-Tool nun am Markt und hat jetzt auch schon mit dem „Promotional Gift Award 2020“ seinen ­ersten Preis gewonnen.

Was zeichnet aber dieses 35 mal 35 Millimeter große ­Gadget aus? „Unser prak­tischer Clip ist ein sehr flexibler Alltagshelfer, der in den unterschiedlichsten Lebens­lagen zum Einsatz kommt“, erzählt Willi Deubner. Es sorgt nicht nur dafür, dass der ­Kabelsalat bei Ohrhörern aufhört. Als Abdeckung für die Kamera beim Laptop eignet er sich genauso wie für die Ordnung bei Lade- und anderen Kabeln, Lesezeichen oder als Büro- und Geldklammer.

„Immer wieder bekommen wir von unseren Kunden dazu ein positives Feedback und freuen uns sehr, wenn sie über den Einsatz des ‘Agent ­Monkys’ berichten. So wurde er zum Zusammenhalten von Gardinen eingesetzt, damit es im Zimmer dunkel ist und das Kind schlafen kann. Auch bei einem kranken Kleinkind kam der Clip zum Einsatz. Er sorgte dafür, dass bei ihm auf der Intensivstation die Schläuche geordnet verlaufen“, zählt der junge Mann auf. Dass das möglich ist, ­ergibt sich aus dem Produkt selbst. Denn der kleine Affe besteht aus veganem, hautfreund­lichem Kunstleder, das aus ­recyceltem Polyester hergestellt wird. Das besteht aus PET-Flaschen, Plastikstrohhalmen und ­anderen ­Fasern, welche zum Teil aus dem Müll der Ozeane stammen. „Wir ­legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und sind überzeugt, dass man viel mehr aus Ressourcen machen kann, als immer weiter auf Verschleiß zu fahren“, erzählt Willi und weiß, dass die Einsatzgebiete des kleinen „Klammeraffen“ enorm sind.

Versehen ist das Tool mit zwei Neodym-Magneten, die es zusammenhalten. Zudem lassen sich darin NFC-Chips integrieren, auf denen digitale Informationen wie Websites, Social-Media-Accounts und verschiedene Apps hinterlegt sein können und so die Einsatzgebiete und kommuni­kativen Möglichkeiten um ein Vielfaches erweitern. Jeder „Agent Monkey“ Clip ist individuell anpassbar, vom Logo bis hin zu den Materialien, Farben und seinem Innen­leben. So hält das Äffchen nicht nur unterschiedliche Kabel zusammen, sondern wird zur multiflexiblen Werbe­botschaft. Firmen können damit verschiedene Zielgruppen ansprechen – Videos, Apps, Visitenkarten oder ­Gewinnspiele integrieren oder Informationen für die bargeldlose Zahlung hinter­legen.

Hergestellt wird der „Ökotex 100“-zertifizierte Alltagshelfer hauptsächlich in Thüringen, aber auch an ­anderen Standorten in Deutschland. Das Material kommt aus Italien, Reste aus der Auto­industrie.

Die Deubners spenden zehn Prozent des Umsatzes an wohltätige Organisationen und verschiedene Projekte. Besonders der ­Umwelt- und Tierschutz wird so immer wieder durch die Gothaer gern und großzügig unterstützt.

kleines Gadget, große Wirkung

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