11. Juni 2020
Gotha

Ein Profi am eigenen Herd

Privatkoch Herbert Frauenberger reist mit allen Zutaten im Gepäck zu seinen Kunden und kocht ein Menü nach Wunsch

Privatkoch Herbert Frauenberger in Aktion: Gern kommt er zu seinen Kunden nach Hause und kocht dort ein Menü nach Wunsch der Gastgeber.

Außergewöhnliche Situationen, wie momentan die Coronakrise, rufen mitunter Ideen in Erinnerung, die schon beinahe vergessen waren. Bei der Arbeit des Privatkoches ist es zwar nicht ganz so wie beim Autokino, denn seine Arbeit war auch vor Corona schon vielgeschätzt. Dennoch bekommt die Arbeit des Kochs in den eigenen vier Wänden eine neue Wertigkeit, wenn die notwendigen Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen in der öffentlichen Gastronomie für den Einzelnen zu hohe Hürden darstellen.

Eine Alternative, um dennoch Feierlichkeiten zu verschiedensten Anlässen würdig kulinarisch zu umrahmen, ist die Bestellung eines Privat­kochs. Sie betreiben meist ­keine eigenen Restaurants und fahren mit allen frischen ­Zutaten zu ihren Gästen, um in deren Küche das Wunschmenü für den betreffenden Anlass herzustellen.

Herbert Frauenberger kann als Privatkoch gebucht werden.

Privatkoch Herbert Frauenberger aus Ebenheim arbeitet auf dieser Basis schon zwölf Jahre sehr erfolgreich und hat schon so manches Fest zu einem unvergesslich schönen Erlebnis werden lassen. Unterwegs ist er thüringenweit und kocht auch oft in Küchen ­benachbarter Bundesländer. „Die Ausstattung der Küche bei meinen Gästen ist für mich zweitrangig“, sagt er und verrät, dass er auch schon einmal in einer Schiffsküche aktiv war, demzufolge auch kleine Küchen für ihn kein Hindernis darstellen. Auf ­seiner Webseite gibt es einige Mustermenüs, sozusagen als Anregung. „Selbstverständlich gehe ich auch auf Wünsche ein und erarbeite im Gespräch eine maßgeschneiderte Speisen­folge. Selbst kleinere kalt-warme Büfetts – angereichert mit einer Kochvorführung – sind möglich.“
Dabei stellt er auch hochwertige Warmhalte- und ­Anrichtetechnik zur Verfügung. „Manchmal möchten meine Gäste sogar selbst mit Hand anlegen – kein Problem, da bin ich ganz flexibel“, sagt er und lächelt wie selbstverständlich. Kochbegeisterte schauen natürlich gern mal einem gestandenen Küchenprofi über die Schulter. Nicht selten wird der Akteur mit Fragen bombardiert unter dem Motto: „Was ich schon immer gern mal wissen wollte“.

In der Gästeküche stellt Frauenberger die Speisenfolge nochmals vor und gibt einige Erläuterungen dazu. Dann geht die Arbeit los, und Gang für Gang wird alles frisch ­zubereitet und aufgetragen. Das Beste kommt aber zum Schluss. Die Küche wird auch wieder sauber verlassen. ­Herbert Frauenberger erledigt kleine Aufträge allein – meist nur unterstützt von seiner Frau Christine, die ihm für die eigentlichen fachlichen ­Aufgaben und den mitunter gewünschten Smalltalk den Rücken frei hält.

Und was kostet solch ein Abend? „Das hängt natürlich ganz von den Wünschen meiner Auftraggeber ab. In der ­Regel entspricht der Preis pro Person durchaus dem eines vergleichbaren Restaurant­besuches. Dazu entfallen im Umkreis von 20 Kilometern meines Wohnortes Ebenheim im Landkreis Gotha die ­Kosten für An- und Abfahrt.

Es ist ein beruhigendes Gefühl, sich seinen Gästen uneingeschränkt widmen und darauf vertrauen zu können, dass sich das „Hinterland“ in den Händen erfahrener Fachleute befindet, die dann auch noch aufräumen und eine saubere Küche hinterlassen.

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