26. August 2019
Gotha

Glanz und Gloria in Gotha

19. Barockfest im Schloss Friedenstein vom 24. bis zum 25. August 2019

Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg hatte in seine prächtige Residenz eingeladen und alle von Rang und Namen waren gekommen. Friedrich III. regierte von 1732-1772. Seine Hochfürstliche Durchlaucht und Gemahlin Luise Dorothee waren mit ihrem Hofstaat präsent und erfreuten sich mit allen Gästen an den vielfältigen Amüsements, davon gab es wieder unzählige.

Die Besucher konnten sich an allerlei Darbietungen für jung und alt prächtig erfreuen. Das Programm und die Kulinarik waren wie gewohnt „barock“ opulent. Über 600 Mitwirkende aus verschiedenen Vereinen, Künstler, Gastronomen und Händler erfreuten die zahlreichen Besucher.

Die edlen und festlich gewandeten Besucher tauchten in das traumhaft anmutende barocke Zeitalter mit prunkvoller Audienz des Fürsten Herzog Friedrichs III. von Sachsen-Gotha-Altenburg im großen Festsaal. Im Lande der Residenzen nahm Gotha immer einen besonderen Platz ein. Das zeigte sich auch während der Audienz, zu der aus allen deutschen Ländern Fürsten und Grafen, aber auch Christoph Willibald Ritter von Gluck aus der Oberpfalz angereist waren. Auch „Der Alte Fritz“ war gekommen und natürlich wurde Friedrich II. von Preußen gebührend auf der Haupttribüne empfangen. Später trat er natürlich immer im Gefolge Herzogs als Ehrengast auf. Der Friedrich-Darsteller verkörperte übrigens seine Rolle ganz ausgezeichnet. Nicht nur äußerlich entsprach er Friedrich II., auch in seinem Spiel und Auftreten lebte er seine Rolle authentisch. Viele Teilnehmer in Kostümen wirkten exquisit in der Mode des Barock. Ganz hervorragend gewandet erschien das fürstliche Paar von Anhalt-Zerbst. Im schnöden bürgerlichen Leben müssen sie sich für ihren Broterwerb in der IT-Branche verdingen, doch sobald ein Barockfest lockt, schlüpfen sie in ihre prächtigen Kostüme und tauchen in die Welt barocker Präsentation ein. Das Barockfest auf Schloss Friedenstein steht in ihrem Jahreskalender ganz oben, weil hier die meisten Kostümierten auftreten und sie die Atmosphäre so herrlich finden, sagen beide huldvoll dem hier berichtenden „Chronisten-Bürgerreporter“.

Bereits am Freitagabend wurde das Fest eröffnet und am Samstag und Sonntag erwartete alle Gäste ein pralles Programm. Höfische Kultur mit Pomp und Luxus ließen niemals Langeweile aufkommen. Die Programmangebote im Festsaal waren:

Das Herzogspaar lädt zum Plausch mit den Besuchern;
Preußens Gloria am Gothaer Hof;
Von Festen, Bällen und anderen Katastrophen am Preußischen Hof;
Hoftanzgesellschaft des Potsdamer Rokoko e. V.;
Der Hoftanzmeister bittet zur Lehrstunde.

Das Ekhof Theater lud ein zu: Johann Sebastian Bach: Musik zum Lobe Gottes – Musik zum Tanz? Mit dem Ensemble contretem(p)s Berlin;
Die schönsten Liebeslieder des englischen Barock – Solokantaten von Johann Christoph Pepusch mit dem Rosentaler Ensemble.
Ein Höhepunkt war auch „Les Caractères de la danse“ – Gelesen, gespielt und getanzt vom Potsdamer Rokoko e. V., Gastsolisten: Jana Voinowa und Nikita Avdejew aus St. Petersburg. Die barocken Stars üben sich schon viele Jahre im Barocktanz und geben brillante Vorstellung. In Russland bemühen sie sich auch seit vielen Jahren um die Rekonstruktion barocker Tänze. Das Ambiente des Ekhof Theaters lässt dann auch noch vollkommen die herrliche Barock-Theater-Welt erblühen.

Im Spiegelsaal wurden angehende Prinzessinnen und Prinzen durch die erste Hofdame in der Sprache der Blumen unterrichtet. Flowery Love Messages – Die Blumensprache / Reiseabschnitt Holland mit Lady Mary Wortley Montagu.

„Wenn ich ein Vöglein wär“ – Lieder aus der galanten Zeit erklangen durch Angelina Kowalczyk.
Die Herzogin empfing Voltaire zum Gespräch und die erste Hofdame kleidete die Herzogin neu ein.

Auf der Hauptbühne erwartete die Zuschauer meisterhafte musikalische Unterhaltung mit La Fantare aus Gera.
Es gab Zaubervorführungen des Hofzauberers und
„Songs from old English pubs“ mit dem Barockensemble Les Matelots aus Dresden/Leipzig, die auch „Johann Sebastian Bachs Gassenhauer“ spielten.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war das ausgewählte Handwerker und Händler sich dem Herzogspaar präsentierten und Privilegien erhielten.

Unterhaltsame Schauspielereien und köstliche Musik gab es auch in der Schlosskirche mit: „Harfenzauber und Flötenklang – Barockmusik mal anders“ und auch „Liebeslieder der Jahrhunderte“ kamen anmutig daher mit dem Ensemble Corda mobile.
Vorgestellt wurde die Orgel der Schlosskirche mit einem Blick auf das Amt des Organisten im 18. Jahrhundert durch das Rosentaler Ensemble und auch
Les Caractères de la danse – Werke von M. Marais und J.-F. Rebel wurden vom Barockensemble Les Matelots präsentiert.

Wen Hunger und Durst plagten, der konnte sich an mannigfaltigen kulinarischen Überraschungen laben und mit Bier und Wein nachspülen.

Auch das Museum konnte besucht werden. In der Ausstellung im Schlossmuseum Gotha „Die Ehe als Erfolgsmodell – deutsch-englische Heiraten“ konnte man sich über Albert und Victoria informieren. Die historischen Personen werden hier zum Leben erweckt. Das Lustwandeln durch die imposanten Fest- und Wohnräume im authentisch historischen Stil rundeten die barocken Einblicke auf Schloss Friedenstein ab.

Ein festliches Barockkonzert mit Werken von Mozart, Telemann und Benda gab es am Samstagabend mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und ein atemberaubendes Barockfeuerwerk mit zauberhaften Illuminationen beendete den Tag.

Beschlossen wurde das Fest insgesamt am Sonntag mit einem letzten Defilee aller historischen Personen und seine Hochfürstliche Durchlaucht Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg und seine Gemahlin Luise Dorothee kehrten mit dem Organisator Marco Karthe offiziell ins 21. Jahrhundert zurück. Zum 20. Barockfest im kommenden Jahr werden sie wiederkehren. Das reisende Volk kann sich schon jetzt freuen!

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