18. August 2017
Gotha

Nur eine Frage: Woher kommt die ­Redensart „Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben“?

Wer besonders inkompetent ist, hat vom Tuten und Blasen keine Ahnung. Woher kommt diese Redensart? Die Antwort auf diese Frage kennt Lieselotte Schuchardt. Sie lässt Gothas ­historische ­Innenstadt ­regelmäßig als Nachtwächterin bei einer Laternen­führung am Abend in einem neuen Licht erleben.



Die Redewendung stammt aus der Zeit des Mittelalters, als in den Städten die Nachtwächter für Ruhe und Ordnung sorgten. Diese notwendige Arbeit war jedoch wenig angesehen und galt als einfache Tätigkeit. Aus Sicht der Bewohner brauchten die Nachtwächter keine große Intelligenz: Sie blieben bis in die späten Abend- und frühen Morgenstunden auf, liefen herum und bliesen bei Gefahr in ein Horn, das sie immer bei sich führten. Wer dagegen nicht einmal die Gefahr erkannte und zur Warnung in das Horn stieß, der schien zu nichts zu gebrauchen zu sein.

Kein Ton? Kein Lohn!




Um nachzuhorchen, ob der Wächter seiner Arbeit nachging und seine Streife durch die innerstädtischen Straßen erledigte, stieß ein Kontrollbeamter zu ungewisser Zeit einen Ton mit dem Horn aus. Sofort musste der diensthabende Nachtwächter antworten. Tat er dies nicht, so wurde ihm ein Drittel seines Einkommens abgezogen.

Im Übrigen waren ­Nachtwächter keine ­ungebildeten Leute. Viele von ihnen besaßen einen ­richtigen Beruf und waren zumeist gelernte ­Handwerker, die über eine ­Ausbildung verfügten. Dennoch wurde die Arbeit als Nachtwächter wenig entlohnt. Wer aber „von Tuten und Blasen“ Ahnung hatte, der machte zumindest seine Arbeit richtig und sicherte sich sein volles Gehalt.

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