Von komschen Kouzn on potzigen Dengern - meinanzeiger.de
15. Januar 2020
Gotha

Von komschen Kouzn on potzigen Dengern

Bilder zur Mundart gesucht: Kurzweiliger Abend am 16. Januar im Sportlerheim Wandersleben

Das Bild stammt aus der Sammlung von Bärbel Köhler vom Wanderslebener Heimatverein. Es zeigt die Wechmarer Straße in Wandersleben am 12. September 1925 mit Lois Nagel, einem Besucher aus Halle, Anna Spatz und Lina Jacobi. Foto: Privat

Von Dirk Koch

Reinhold Hochheim vom Geschichts- und Heimatverein ­Wandersleben ist seit vielen Jahren für seinen Heimatort engagiert. „Jetzt wurden unserem Verein zahlreiche wertvolle historische Unterlagen aus dem Nachlass des in Wandersleben noch gut ­bekannten Lehrers und Kantors Walther Heinze über­geben. Seine Enkeltochter überließ uns die Materialien, und da sind sie ja genau richtig.“

Heinze hat mehrere ­Bücher zur Heimatgeschichte verfasst

Der 1971 verstorbene ­Heinze hat mehrere ­Bücher zur Heimatgeschichte verfasst, unter anderem „Aus dem ­Gebiet der Drei ­Gleichen: Wandersleben“. Auch in diesem 1925 gedruckten Werk widmete er sich schon der Mundart, brachte Kinderreime und Schnorren auf mehreren Seiten. In vielen Wanderslebener Haushalten wird dieses Werk wie ein Schatz gehütet.

Lostge Schnorrn, komsche Kouze on potzige Denger us Wannnerschlemm

Wie bei jedem Autor und Forscher kamen auch bei Walther Heinze nicht alle fleißig erstellten ­Dokumente in den Druck. So fand sich in den umfangreichen ­Papieren das Manuskript eines ­unveröffentlichten Buches. „50 lustige Begebenheiten aus Wandersleben und der ­Umgebung aus der Zeit von etwa 1900 bis 1950 hat er aufgezeichnet. Diese Episoden sollen nun erstmals vor­gestellt werden“, schwärmt Reinhold Hochheim. Unter dem von Heinze gewähltem Titel „Lostge Schnorrn, komsche Kouze on potzige Denger us Wannnerschlemm“ erarbeitet der Heimatverein nun ein Buch, mit dem dieser wert­volle Schatz der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Dazu arbeitet der Verein ganz eng mit dem Graphiker Jürgen Postel zusammen, der selbst ein Wanderslebener Urgestein ist und bereits etliche Werke erstellt hat. Ein Glücksfall, da ist sich Reinhold Hochheim mit Recht ganz sicher.

Heimatabend am 16. Januar

Die Mitwirkung der ­Wanderslebener hat für Hochheim und seine Vereinsmitglieder oberste Priorität. Deshalb wird am 16. Januar ab 19.30 Uhr ins Sportlerheim zum Heimatabend ­eingeladen. Interessierte aus anderen Orten sind natürlich ebenfalls herzlich ­willkommen. Dabei steht Lustiges aus dem Dorfleben, wie es sich tatsächlich im Alltag und im Festgeschehen ereignet hat, im Mittelpunkt. Dazu kommen Anekdoten zur Thüringer Mundartpflege und eine Auswahl von Stücken wird vorgetragen. „An diesem Abend soll zugleich Gelegenheit sein, weitere zum Buchmanuskript passende Bilder der Wanderslebener nach 1900 zu bekommen, die den jeweiligen Themen ­zugeordnet werden können. Ich bin mir sicher, in so ­manchem Album und so mancher Schublade ­schlummert noch etwas“, ist sich Reinhold Hochheim sicher und freut sich darauf, dass möglichst viele ­Einwohner des Dorfes fündig werden und etwas zum neuen Buch beisteuern können. So wird Vergangenheit ganz lebendig.

Termin:

  • Mundartabend in Wandersleben
  • Wann: 16. Januar | 19.30 Uhr
  • Wo: Sportlerheim am Karl-Marx-Platz
  • www.heimatverein-wandersleben.de, info@­heimatverein-wandersleben.de

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