Warum gibt es auf der Autobahn keine Gullydeckel? - meinanzeiger.de
14. Oktober 2019
Gotha

Warum gibt es auf der Autobahn keine Gullydeckel?

Serie: Nur eine Frage

Warum gibt es auf der Autobahn keine Gullydeckel?

Warum gibt es auf der Autobahn keine Gullydeckel?

Weil sie für die Entwässerung des Regenwassers auf der Fahrbahnoberfläche nicht nötig sind – und sogar gefährlich werden könnten. Um Autobahnen bei Regen zu entwässern, werden die Fahrbahnen von den Straßenbauingenieuren immer ein wenig geneigt, quer wie längs, so dass ein Gefälle zur gewünschten Fließrichtung entsteht. Das Niederschlagswasser fließt so auf der zum Mittelstreifen geneigten Fahrbahn nach links zum innenliegenden Fahrbahnrand ab, bei den nach außen geneigten Fahrspuren nach rechts über Böschungen und Mulden. Von dort über nehmen Kanalsysteme das Wasser und führen es der Reinigung und Versickerung zu.

Gullydeckel oder Einlaufgitter auf den Fahrspuren wären hingegen fahrphysikalisch ungünstig. Lkw und Pkw fahren hier mit hohen Geschwindigkeiten. Durch Gullydeckel entstehen beim Überfahren unangenehme Radstöße sowie Schwingungsbelastungen für Insassen und Ladung. Die Griffigkeit der Fahrbahn verändert sich und es entstehen plötzlich dynamische Radlastschwankungen, die gefährlich werden, weil die Kontrolle über das Fahrzeug verloren gehen kann.

Aquaplaning

Starkregen führt das System an seine Grenzen. Fallende Regenmengen bis zu 80 Liter pro Quadratmeter können von keinem Entwässerungssystem aufgenommen werden. Als Autofahrer sollte man deshalb bei Starkregen immer mit Wasserglätte und Pfützen rechnen. Es besteht die Gefahr von Aquaplaning: Die Wasserglätte führt zum Aufschwimmen eines oder mehrerer Reifen. Die entstehende Bugwelle vermindert Haftung und Kontrolle. Die erste Regel bei Starkregen: Sofort runter vom Gas und Abstand zum Vorausfahrenden vergrößern!
Protokoll: Maximilian Walter

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