22. April 2021
Hermsdorf

Eldorado für Vögel und Amphibien

Nabu Thüringen startet Projekt zur Verbesserung von Lebensräumen in alter Tongrube bei Königshofen im Saale-Holzland-Kreis

Die Tongrube bei Königshofen (Foto: Nabu/Claudia Chladek)

Die alte Tongrube bei Eisenberg im Saale-Holzland-Kreis ist ein Reich für Bienenfresser, Kiebitz, Laubfrosch und weiteren seltenen Tier- und Pflanzenarten. Diesen wundervollen Lebensraum möchte der Nabu Thüringen mit einem von der Europäischen Union und dem Land Thüringern geförderten Naturschutzprojekt, aufwerten, pflegen und für die Zukunft sichern.

„Was zunächst wie eine Wunde in der Landschaft anmutet, kann für den Natur- und Artenschutz sehr hohes Potential darstellen. Durch vielfältige Strukturen werden aufgelassene Abbaugebiete oftmals schnell wieder durch zum Teil hoch spezialisierte, seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten besiedelt“, erklärt Claudia Chladek, Koordinatorin des Projektes „Tongrube Königshofen”. „Ein solches ehemaliges Abbaugebiet befindet sich nordöstlich von Eisenberg zwischen Königshofen und Buchheim. Dort wurde bis vor einigen Jahren Ton abgebaut.“

Mit der Nutzungsauflassung entstanden vielfältige Lebensraumstrukturen wie Grubengewässer, Steilabbruchkanten, Rohbodenstellen sowie extensive Gehölz- und Wiesenstandorte. Sie wurden unter anderem von seltenen Vogelarten wie Flussregenpfeifer, Bienenfresser, Steinschmätzer, Gelbspötter, Braunkehlchen, Kiebitz und Wiesenpieper besiedelt. Auch die gefährdeten Amphibienarten Kleiner Wasserfrosch und Laubfrosch fanden hier ihren Lebensraum.

Als 2015 mit der Verfüllung der Grube begonnen wurde, waren viele dieser sensiblen Lebensräume bedroht. Die Nabu-Stiftung Nationales Naturerbe hat das Gebiet schließlich erworben und konnte es somit vor der Verfüllung retten.

Um das Abbaugebiet wieder aufzuwerten hat der NABU Thüringen ein neues Projekt gestartet. Das ENL-Projekt wird von der Europäischen Union und dem Land Thüringen gefördert (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes [ELER]) und läuft vom 01. April 2021 bis 30. Oktober 2022. „Wir wollen in den Bereichen, in denen die Grube schon teilweise verfüllt wurde, weitere Kleingewässer für Amphibien angelegen. Zudem sollen offene Steilhänge von Gehölzen freigestellt werden, um für die farbenprächtigen Bienenfresser oder Uferschwalben Nistmöglichkeiten zu bieten. Als Nistplatzhilfe für den Steinschmätzer sind zusätzlich Steinhaufen geplant, die auch Reptilien und Kleinsäugern als Unterschlupf dienen können.“ Um im Gebiet das erneute Zuwachsen durch Gehölze zu verhindern wird der Nabu Thüringen im Rahmen des Projektes einen festen Weidezaun um das Gebiet bauen. In Zukunft soll das ehemalige Abbaugebiet extensiv beweidet werden und Weidtiere den Gehölzaufwuchs im Zaum halten.

 

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