1. Oktober 2020
Ilmenau

Auswilderung in Gehren

Das größte Waldhuhn im Freistaat kommt inzwischen in drei Forstämtern vor

ThüringenForst entließ im Bereich der Forst­ämter Neuhaus und Gehren 19 Auerhühner in die Freiheit. Weitere 16 Tiere wurden bereits in den letzten ­Wochen in Auswilderungsvolieren langsam an das Leben im Wald gewöhnt. Alle Tiere stammen aus der ThüringenForst-eigenen Aufzuchtstation bei Rudolstadt.  „Durch ­Lebensraumverluste, Schadstoffeinträge und überhöhte Wildbestände stand das Auerhuhn vor zehn Jahren in Thüringen kurz vor dem Aussterben. Mit der Auswilderung von Auerhühnern und gezielten forstlichen Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung leisten wir unseren Beitrag zum Schutz dieser seltenen und nach wie vor stark ­bedrohten Art der Roten Liste. Ich bin sehr froh, dass die ­Anstrengungen der letzten Jahre Früchte tragen, und ­hoffe, dass die Auerwildpopulation im Freistaat nachhaltig wächst“, so Forst-Staatssekretär Torsten Weil.

Mehrfach wurden in den vergangenen Jahren im ­Bereich des Forstamtes Gehren zuvor in Schweden gefangene Auerhühner ausgewildert. „Nicht nur, dass Wildfänge die besseren Überlebenschancen gegenüber den Zuchttieren haben, gleichzeitig wird damit eine genetische Bestandsauffrischung verfolgt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Aber nicht nur der Bestandsstützung gilt als wichtiger Pfeiler des gesamten Rettungsprojektes: Seit 2012 hat ThüringenForst in fünf Forstämtern des Ostthüringer Schiefergebirges rund 45 000 Hektar Fläche in der forstlichen Bewirtschaftung auf das Auerhuhn abgestimmt. Dort werden, neben den Auswilderungen, auch Fressfeinde verstärkt bejagt und die Wilddichten gesenkt.

Derzeit gehen Experten von einem geschätzten Bestand von inzwischen bis zu 30 Tieren aus. Damit konnte der Abwärtstrend der Population in Thüringen gestoppt werden, wenngleich die ursprünglich gewählte Zielgröße von 100 Tieren in 2022 vermutlich nicht erreichbar sein wird.

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