Im Schullandheim Geraberg nutzt man die Zeit für Renovierungen und hofft auf baldige Öffnung - meinanzeiger.de
22. Februar 2021
Ilmenau

Im Schullandheim Geraberg nutzt man die Zeit für Renovierungen und hofft auf baldige Öffnung

Jens Hertwig, Vereinsvorsitzender des Schullandheim Geraberg e. V., steht im Speisesaal des Schullandheimes. Mit Sanierungen wird versucht, die Zeit der coronabedingten Schließung zu überbrücken. Um die Arbeiten fortzusetzen, sucht der Verein dringend Materialien für den Trockenbau.  Foto: Ines Heyer

Im Haus ist es ruhig. Seit Monaten hat kein Schüler mehr das Schullandheim Geraberg im Ilm-Kreis betreten. Von den acht Mitarbeitern sind ­momentan nur noch drei – mit wenigen Stunden – im Dienst. „Im Oktober letzten Jahres kamen die letzten Gäste“, erzählt Jens Hertwig, Vereinsvorsitzender des Schullandheim Geraberg e. V. Das Objekt wird von dem Verein bewirtschaftet.

Absage von Klassenfahrten

„Das letzte Jahr war für uns ein ein Pokerspiel – was geht gerade? Was geht nicht? Wie sehen die Auflagen aus? Wir hatten ganze fünf Klassenfahrten, normalerweise sind es zehnmal so viel. In den Sommer- und Herbst­ferien veranstalteten wir dann selbst Ferienspiele“, so Jens Hertwig. Mit einem traurigen Blick schaut er zum großen Kalender. Für 2021 war er eigentlich schon gut gefüllt. Am 2. Februar kam dann die Nachricht vom Ministerium, dass es bis zum Ende des Schuljahres keine Klassenfahrten mehr geben wird. „Das war ein herber Schlag für uns. Die Stornierungen ließen nicht lange auf sich warten.“ So hofft man hier sehr, dass vielleicht zu Ostern wieder eine touristische Öffnung – natürlich unter ­bestimmten Auflagen – möglich sein wird. „Ich habe schon viele Anfragen, aber eine wirtschaftliche Planung ist momentan überhaupt nicht möglich, scherzhaft nenne ich meine Vorverträge Wunschzettel.“

Neue Ideen werden entwickelt

Viel Zeit nutzt Jens Hertwig momentan, um neue Ideen zu entwickeln, wie die Schulen bei der Rückkehr zur Normalität mit Bildungsangeboten unterstützt werden können. Viele davon hat er gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Schullandheime schon an Ministerien in Land und Bund kommuniziert. „Im Moment können wir nur abwarten, was in dieser turbulenten Zeit passiert.“ Eins steht für ihn und sein Team aber fest: „Wir wollen weitermachen und die Kinder mit unserer naturnahen und nachhal­tigen Bildung vor Ort begeistern.“

Renovierung und Suche von Baumaterial

Um die Zeit noch sinnvoll zu nutzen, werden ­momentan auch Sanierungen im Objekt durchgeführt. Dank LEADER-Fördermittel konnte der in die Jahre ­gekommene Fußboden im Speisesaal erneuert werden. Jetzt würde man gerne noch den Wänden ein modernes Aussehen geben. Doch ­finanzielle Mittel sind dafür nicht vorhanden. „Als Verein dürfen wir leider keine finanziellen Rücklagen bilden.“ Deshalb bittet der Verein um Unterstützung. „Wer Trockenbauwände, Ständerelemente, Schrauben, weiße Wandfarbe, weiße Tapete, Pinsel oder Rollen zu Hause übrig hat, kann sich mit uns in Verbindung setzen. Wir würden uns sehr darüber freuen“, so Hertwig.

Kontakt per E-Mail:

kontakt@slh-geraberg.de

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