Brutquartiere für Vögel - meinanzeiger.de
26. März 2020
Jena

Brutquartiere für Vögel

Der NABU Thüringen rät jetzt noch Nisthilfen für Vögel aufzuhängen

Foto: Nabu/Torsten Porstmann

Jena. Bei milder Witterung beginnen die ersten Vögel mit den Vorbereitungen für den Nestbau. „Meisen und Amseln sind schon dabei, eifrig und laut zu singen. Damit stecken die Vögel ihre Reviere ab“, sagt Klaus Lieder, Vogelexperte beim NABU Thüringen. „Unsere gefiederten Freunde suchen jetzt auch noch geeignete Wohnquartiere und es lohnt sich die passende Nisthilfe anzubieten.“

Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten hat für viele unserer heimischen Vogelarten ernste Ausmaße angenommen. Doch mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand kann Abhilfe geschaffen werden. Künstliche Nisthilfen und Unterkünfte sind feste Bestandteile der Arbeit für den Schutz der heimischen Tierwelt.

Aber nicht alle Gartenvögel nutzen Nistkästen, sondern nur Arten, die natürlicherweise in Höhlen alter Bäume oder in Spechtlöchern brüten. Die häufigsten Nutznießer künstlicher Nisthöhlen sind daher Kohl- und Blaumeisen sowie Haus- und Feldsperlinge. Größere Kästen werden oft von Staren angenommen. Für jede Vogelart gibt es eine ideale Größe des Einfluglochs. Bei den kleinsten Meisen sind das 28 Millimeter Durchmesser, bei den größeren Kohlmeisen 32 und beim Star 45 Millimeter. Andere Arten, wie der Hausrotschwanz benötigen eine halboffene Vorderwand, man spricht dann von einer Halbhöhle. Für seltenere Arten wie Mauersegler, Mehlschwalben oder den Waldkauz gibt es besondere Spezialnistkästen.

„Je später im Jahr die Vogelnisthilfen aufgehängt werden, desto mehr sinken die Chancen für eine Nutzung. Allerdings trudeln so langsam unsere Zugvögel ein. Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz freuen sich dann natürlich über die freien Wohnungen. Einige Vogelarten ziehen für die Zweit- und Drittbrut sogar noch mal an einen neuen Nistplatz um“, erklärt Klaus Lieder vom NABU.

Das Selberbauen von Nistkästen ist eine dankbare Aufgabe und macht auch mit Kindern viel Spaß. Das beste Material ist raues Naturholz. Es ist atmungsaktiv und sorgt für ein gutes Klima im Nest. Ganz abzulehnen sind Nistkästen aus Plastik, die sich in der Sonne stark aufheizen und zudem den Jungvögeln keine Chance geben, an den glatten Wänden hinaufzuklettern. Zudem muss es unbedingt die Möglichkeit geben, die Kästen nach der Brutsaison zur Reinigung zu öffnen. Einer der wichtigsten Grundregeln beim Bau von Nisthilfen und anderen Hilfen für wohnungssuchende Tiere lautet dabei: Niemals chemisch behandelte Materialien verwenden.

Weitere Infos zum Bauen von Nisthilfen für Vögel unter www.NABU-Thueringen.de

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