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16. Dezember 2018
Jena

Günter Dührkop

Thüringer Maler

Günter Dührkop geb. 26.7.1925 in Coburg, gestorben 2002 in Lauscha
Nach dem Oberrealschulabschluss erfolgte die Einberufung zum Arbeitsdienst und dann zur Wehrmacht, zuerst nach Holland und dann an den Weichselbogen, wo er eine schwere Verwundung erlitt, die ihm zeitlebens das Leben erschwerte. Sein kurzzeitiger Aufenthalt als Soldat in Italien gab vielleicht einen wesentlichen Impuls für seine spätere Entwicklung als Maler. Nach seiner Rückkehr nach Lauscha arbeitete er einige Zeit bei seinem Vater im Lebensmittelgeschäft. Nebenbei beschäftigte er sich autodidaktisch mit Malerei. Beim Plastiker und Glastiergestalter Theo Boehm und dem Maler und Glasbläser Ernst Precht holte er sich viele Anregungen, bevor er als Lehrkraft für Zeichnen bei der Ausbildung von Glasbläserlehrlingen mitwirkte. Als er an der Weimarer Kunsthochschule seine Arbeiten vorlegte, war man positiv überrascht, so dass er von der dort tätigen Auswahlkommission bereits 1951 als Kandidat in den Verband für bildende Künstler aufgenommen wurde. 1954 wurde er Vollmitglied.
Dührkop beschäftigt sich mit den Dingen, die ihn alltäglich umgeben. Er malt Landschaften, Stilleben, Porträts. Sein Verhältnis zu Natur und Landschaft ist sehr eng und doch unsentimental, Menschen werden sehr genau beobachtet und in ihren wesentlichen Zügen erfaßt.
Von den frühen Bildern sind nur wenige erhalten, weil die Leinwände immer wieder übermalt wurden. Anfänglich waren Seh- und Malweise oft impressionistisch. Auf der Suche nach eigenen Ausdrucksmitteln spielte aber zunehmend auch die Auseinandersetzung mit Picasso und dem Expressionismus keine unwesentliche Rolle.
Der spätere Dührkop liebt die größeren Pinsel. Sein Anliegen ist es, das Wesentliche mit sparsamen Mitteln zu erfassen. Dabei verzichtet er auf penible Ausarbeitung von Details, läßt häufig ungrundierte Pappe durchscheinen. Fasziniert von der Leuchtkraft der Acrylfarben verwendet er sie besonders in seinen Blumenbildern gern ungemischt. Die spontane und zügige Arbeitsweise bewirkt, dass phasenweise sehr viele Bilder entstehen, die sich nicht in ein einmal gefundenes Schema einpassen sondern immer Ausdruck momentanen künstlerischen Willens sind.
Während seiner Reisen in die Rhodopen sammelte der Maler neben Samen alpiner Pflanzen für seinen ausgedehnten Garten Eindrücke der Landschaft, Die daraus entstandenen Gemälde spiegeln das Licht und die Farben des Südens wider und sind sicher auch Erinnerungen an das für lange Zeit unerreichbare Italien, in dem Günter Dührkop begann, sehen zu lernen.
Die Zahl der geschaffenen Werke geht weit in die 1000, wobei seine Aquarelle bisher nicht erfasst wurden. Acrylarbeiten, Aquarelle, Porträts, Stilleben und Landschaften fielen dem Besucher im Atelier hoch über Lauscha zuerst auf. Mit Auftragswerken in öffentlichen Gebäuden wurde er vielen Menschen vertraut, so auch durch Applikationsarbeiten, so im alpinen Rennsteiggarten in Oberhof, oder im Eisenberger Krankenhaus. In Neuhaus prägt noch heute eine wandgebundene Arbeit das städtische Verwaltungsgebäude am Markt.
Als besonderere Freunde und Wegbegleiter gelten die Künstler Konrad Knebel, auch Klaus Magnus und einige Glasbläser aus Lauscha. Daneben beschäftigte er sich mit seinem Garten, wo er, angeregt durch den Jenaer Botaniker Prof. Dr. Schwarz ein umfangreiches Alpinum angelegt hat, was eine Sehenswürdigkeit für sich darstellte. Es beinhaltete zeitweilig etwa 2.000 alpine Pflanzen. Die umfassende botanische Erfahrung, die Günter Dührkop besaß und die ideale Lage des Gartens, wurde von vielen Experten genutzt.
Im Atelier standen neben seiner Staffelei vier wertvolle Geigen, die er gerne nutzte. Freunde konnten Kostproben seines Violinspiels in den Malpausen hören. Er bevorzugte die Musik Vivaldis und der Barockzeit.
Einige Bilder sind heute u. a. im Bestand der Kunstsammlungen auf Schloss Heidecksburg, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, im Spielzeugmuseum Sonneberg vorhanden. Daneben gibt es einige private Sammler.

Ausstellungsbeteiligungen: IV., VI., VII. und VIII. Kunstaustellung der DDR in Dresden, Bezirkskunstausstellungen Suhl, Kaluga, Ceske-Budejovice, Pest.
Eigene Ausstellungen u. a.: Meiningen, Eisfeld, Arnstadt, Bad Köstritz, Saalfeld, Probstzella, Maxhütte- Unterwellenborn, Neuhaus, Oppurg, Jena, Rausdorf, Sonneberg, Rudolstadt.
Studienreisen: CSSR, VR Bulgarien
Auszeichnungen: Max-Reger-Kunstpreis des Bez. Suhl 1977

Bildunterschrift: ein Selbstbindnis aus den frühen 1950er Jahren

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