Erster Nachwuchs auf dem Haflinger-Gestüt Dornburg - meinanzeiger.de
5. Februar 2017
Jena

Erster Nachwuchs auf dem Haflinger-Gestüt Dornburg

Das Dornburger Haflingergestüt freut sich über Nachwuchs – 14 Fohlen sollen in diesem Jahr zur Welt kommen. Die Thüringer Haflingerzucht wurde 1956 in Jena begründet. Als Basis dienten sieben Stuten, ein Stutfohlen sowie ein Zuchthengst aus Tirol.



Mara II : Auf einen Namen ganz für sich allein muss das jüngste Stutfohlen auf dem Dornburger Haflingergestüt verzichten. „Die Namen sind identisch, wenn die Tiere die gleichen Eltern und das gleiche Geschlecht haben“, erklärt Tierpflegerin Franziska Mowitz die Gepflogenheiten in der Haflingerzucht. Der Name richtet sich dabei immer nach denen der Eltern. Der des Hengstfohlens richtet sich immer nach dem Anfangsbuchstaben des Vaters, der des Stutfohlens nach dem Anfangsbuchstaben der Mutter.


Zweiter Nachwuchs für Melodie und Nudossi



Stute Melodie hat nun schon zum zweiten Mal Nachwuchs von Hengst Nudossi bekommen. Und so wurde das Fohlen wie ihre größere Schwester Mara benannt. An Zuwendung mangelt es dem Nachwuchs trotzdem nicht. In einem extra Stall kann sich die Mutter ums Kind sorgen. Die Fürsorge der Gestütsmitarbeiter ist dem Gespann ohnehin sicher.

Mara II hat den Reigen glücklicher Ereignisse in Dornburg eröffnet. Sie ist ein wahres Sonntagskind. Am 29. Janaur kam sie zur Welt. „Vielleicht etwas früh“, meint Franziska Mowitz. Eigentlich hatte man mit ihr erst in zwei Wochen gerechnet. Doch schon im Vorjahr gebar Melodie recht zeitig im Jahr ihr Fohlen.

Gute Gene für Mara II



Dass aus Mara II etwas Besonderes werden könnte, liegt in ihren Genen. Mutter Melodie ist eine Staatsprämienstute. Für diese höchste Bewertung werden nach einem Punktesystem unter anderem Abstammung, Körperbau und Gangarten bewertet. Auch einem Leistungstest muss sich das Tier unterziehen.

Vater Nudossi steht dem nicht nach. Er wurde als Deckhengst in Dornburg gezüchtet. 2014 bekam er seine Körung. Dabei musste das heute fünf Jahre alte Tier ebenfalls eine Leistungsprüfung absolvieren und wurde anschließend für die Zucht bestätigt. 2015 gewann Nudossi zudem den 30-Tage-Test in Moritzburg. Dabei wurde er nochmals auf Herz und Nieren geprüft. „In Moritzburg wird über die ganze Zeit hinweg alles getestet“, erklärt Tierwirtin Mowitz. „Nicht nur sein Wesen, sondern auch, wie er sich fahren und reiten lässt.“

Fohlenzeit bis zum Frühsommer



Nach Mara II werden in diesem Jahr noch 13 weitere Fohlen in Dornburg erwartet. Schon im Februar sollen zwei bis drei neue Haflinger geboren werden. Bis zum Frühsommer folgen die anderen. „In dieser Zeit“, so Mowitz, „hat man immer ein Ohr im Stall, auch nach Feierabend.“ Trotzdem können sie sich keinen schöneren Beruf vorstellen.

Wenn die meisten Fohlen geboren wurden, freut man sich auf dem Gestüt über Besuch. Am 21. Mai wird in Dornburg wieder Frühlingsfest gefeiert. Mara II darf dann ebenso bestaunt werden, wie all die anderen kleinen Stuten und Hengste, die ihr bald auf diese Welt folgen werden

Zur Sache


+ Das Haflingergestüt in Dornburg gehört zum Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut mit Betriebsstätten in Weimar, Buttelstedt und Dornburg.

+ Das Versuchsgut produziert Nahrungs- und Futtermittel, führt Zuchtleistungsprüfungen für Rinder, Schafe und Schweine durch und züchtet Schafe und Haflinger. Im Gut forscht man zudem in den Bereichen Acker- und Pflanzenbau sowie Tierzucht, Tierhaltung und Tierernährung.

+ Haflinger stammen ursprünglich aus Südtirol und gelten als Gebirgspferde. Das Dorf Hafling gab der Rasse ihren Namen.

+ Die Tiere gelten als eine der vielseitigsten Pferderassen der Welt und können im Reit- und Fahrsport, in der Freizeit- und Westernreiterei sowie im Wanderreiten eingesetzt werden.

+ Charakteristisch für Haflinger sind die blonde Mähne und das fuchsfarbene Fell.

+ Mit einer Widerristhöhe von bis zu 1,50 Meter gelten Haflinger als Ponyrasse.

+ Die Thüringer Haflingerzucht begann in Jena. An der Universität sollten in den 1950er-Jahren Kleinpferde gezüchtet werden, die unter den geografischen und klimatischen Bedingungen in Thüringen und im Erzgebirge gut einsetzbar sind.

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