17. Mai 2011
Jena

Rätselhafte Villa Medusa

Mitten im Zentrum, sozusagen gleich vor unserer Haustür liegt sie, die ehemalige Wohn- und Arbeitsstätte von Ernst Haeckel, des Erfinders des ersten Stammbaumes der natürlichen Schöpfungsgeschichte, auf dessen Spitze wir, die heutigen Menschen zu finden sind. Ernst Haeckel hat mit seinen Versuchen, die Welträtsel aufzudecken, im 19. Jahrhundert weltweit für Aufsehen gesorgt.
Er war sich seiner herausragenden Fähigkeiten bewusst und hat sich auch schon mal mit Goethe verglichen, wie ich von der sehr freundlichen Angestellten des Ernst- Haeckel- Hauses, oder Villa Medusa genannt, erfahren konnte. Sie gewährte mir einen Einblick in sein vollständig erhaltenes urgemütlich anmutendes wissenschaftliches Arbeitszimmer. Anhand einer Riesenabbildung des Stammbaumes wurde ich daran erinnert, dass die Säugetiere nach Haeckel die 4. Entwicklungsstufe darstellen, angefangen von den Urtieren (z.B. Wimpertierchen) über die Wirbellosen (z.B. Schwammtiere) und die Wirbeltiere (z.B. Schlangen). Zu dieser Erkenntnis kam der Wissenschaftler, der in Jena habilitierte und hier bis zu seinem Tod arbeitete, durch Vergleich der Anatomie z.B. von Embryonen. So fand er allein 144 Arten verschiedener Strahlentierchen. Ernst Haeckel war der Gründer des „Phyletischen Museum“, in dem er bis 1909 als Direktor arbeitete und sich vor allem der Stammesgeschichte (Phylogenese) widmete– dieser Begriff wurde von ihm geprägt.
Anläßlich seines 50. Todestag 1969 setzte der Rat der Stadt Jena dem berühmten Forscher ein Denkmal in Form des Haeckelsteines, zu dem man sich abschließend an das Erlebnis in der Villa Medusa auf die Ammerbacher Platte hinaufschwingen kann.

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