Zwischen Klinik und Konzertsaal - meinanzeiger.de
5. April 2018
Jena

Zwischen Klinik und Konzertsaal

Octavians geben bis zu 50 A-cappella-Konzerte im Jahr

Seit Kindertagen fühlt sich eine Gruppe sangesfreudiger Männer aus Jena freundschaftlich verbunden. Ihren Spaß an der Musik leben sie in ihrem A-cappella-Ensembel Octavians aus. Mit ihm gehen sie oft auf Konzertreise. Aber Thüringen sind sie unterwegs; so am Sonntag in Jena.

Musik verbindet: Für Dr. Matthias Mäurer ist dieser Spruch zum Lebensprinzip geworden, seit ihn seine Mutter mit sechs Jahren beim Jenaer Knabenchor angemeldet hatte. „Sie sah wohl mein Interesse und Talent“, schaut er zurück.

Über zwei Jahrzehnte sind seither vergangen. Inzwischen arbeitet Mäurer als Assistenzarzt an der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Jena. Dennoch widmet er dem Gesang noch heute einen Großteil seiner Zeit. Für seine alten Chorfreunde übt er den Spagat zwischen Beruf und Hobby. Und das erfolgreich.



Octavians haben die jungen Männer aus Jena ihr 2006 gegründetes A-cappella-Projekt genannt. Angefangen haben sie mit geistlichen Liedern. Wild romantisch seien sie in den Anfangsjahren gewesen. „Doch uns war schnell klar, dass wir allein mit Bruckner und Beethovens keine Konzert bestreiten könne. Heute zeichnet die Octavians eine Mischung aus U- und E-Musik aus. Stücke aus den Goldenen Zwanzigern ergänzen ihr Repertoire ebenso wie Songs der Prinzen, den Beatles oder Sting. Manche Lieder wurden spezielle für das Ensemble arrangiert.

„Wir singen geistliche Lieder, aber auch Stücke von den Beatles und den Prinzen.“
Dr. Matthias Mäurer


Als Doppelquartett geben sie rund 50 Konzerte im Jahr. Gelebte Freundschaft hält sie zusammen. Immerhin singen noch vier Mitglieder aus der Anfangsformation bei den Octavias. Andere mussten aus beruflichen Gründen aussteigen, ausgeschlossen sind sie nicht. „Wir treffen uns alle regelmäßig“, freut sich Mäurer über den Zusammenhalt, den ihnen der Choralltag bescherte.

Schon früh auf großer Tour


Aufeinander achten, sich gegenseitig fördern, das haben sie schon früh gelernt, als Konzertreisen sie bis nach Norwegen und England führten. „Die Großen haben auf uns Kleinen aufgepasst“, schwärmt Mäurer über die „Ferienlageratmosphäre“. Später habe er selbst als so genannter Familienvater Verantwortung übernommen. „Da war auch ein bisschen Konkurrenzkampf im Spiel. Jeder wollte, dass aus einer eigenen Chorfamilie möglichst viele als Solisten auftreten.“

Diese Strebsamkeit wirkt im Alltag nach. Nicht nur Mäurer hat sein Studium beendet. Viele seiner Freunde arbeiten mittlerweile als Ingenieure, zwei Physiker und ein Politikwissenschaftler sind unter ihnen. Und um den Nachwuchs kümmern sie sich noch immer gemeinsam. „Der Knabenchor ist unsere Fundgrube.“ Wenn das Ensemble neu besetzt werden muss, findet man dort neue Sänger. So wächst die Alterspanne ist Chor. 20 Jahre zählt das jüngste Mitglied, während die Mehrzahl bald ihren 30. Geburtstag feiert.

Mit den großen Vorbildern
auf einem Plakat



Ein besonderes Geschenk haben sie sich zum runden Ehrentag bereits selbst bereitet. Im Mai treten die Octavians beim A-cappella-Festival in Leipzig auf. „Wir sind gemeinsam mit The King’s Singers auf einem Plakat“, erzählt Mäurer mit Freude. Die Britten waren immer die großen Vorbilder für die Octavians. Der Spagat zwischen Klinik und Konzertsaal lohnt sich.

Konzerttermine


8. April, 17 Uhr im Volksbad
25. Mai, 17 Uhr in der Bachkirche
20. Juli, 20 Uhr in Zickra im Hofcafé
19. August Oßmannstedt in der Kirche

Mehr über die Octavians unter: www.octavians.net

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