Boom durch Spielzeug - meinanzeiger.de
4. Juni 2018
Kultur

Boom durch Spielzeug

Industrie brachte Entwicklung für die Region Sonneberg

Es waren zunächst Schnitzer und Drechsler, die die ersten Sonneberger Holzspielwaren fertigten. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dann aber mit der Erfindung des Papiermachés Massenproduktion möglich. Die Puppe etablierte sich als Hauptprodukt.

Im Jahr 1789 erteilte Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen den Sonneberger Kaufleuten das „Große Sonneberger Handelsprivileg“. Das war der Beginn eines rasanten Aufschwungs von Produktion und Handel. Im Jahre 1880 gab es in und um Sonneberg beachtliche 321 Spielzeugfirmen.

Noch heute können die Puppen, Werbefiguren, Modelle und Schaugruppen im Deutschen Spielzeugmuseum bewundert werden. Durch den hohen Anteil der Sonneberger Spielwarenproduktion am Weltmarkt wurde 1913 der Begriff „Weltspielwarenstadt“ geprägt.

Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte die Spielzeugherstellung in Sonneberg ihren Höhepunkt. Fast die Hälfte des internationalen Spielwarenhandels lief über Sonneberger Firmen und große internationale Einkaufshäuser, wie zum Beispiel Woolworth und Kressge.

Während der DDR-Zeit produzierten volkseigene Betriebe (VEB) Spielzeug und Sonneberg blieb ein Zentrum der Spielzeugproduktion. Nach der politischen Wende 1989 kam es jedoch zum wirtschaftlichen Umbruch. Zwar konnten sich nur der Modelleisenbahn-Hersteller PIKO und einige kleinere Privatbetriebe behaupten, doch den Namen Spielzeugstadt Sonneberg trägt man immer noch mit Stolz in Erinnerung an die Blütezeit dieser Industrie.

Stadt Sonneberg / str

Weitere Informationen unter: www.sonneberg.de
sowie im Deutschen Spielzeugmuseum Sonneberg: www.deutschesspielzeugmuseum.de



P.S.: Wer noch mehr zum Thema erfahren möchte: Die Ausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“, vom 6. Juni bis zum 9. September 2018 in der Shedhalle in Pößneck, wirft einen umfassenden Blick auf die Industrialisierung in Thüringen.

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