Das Herkunftsland entscheidet - meinanzeiger.de
25. April 2019
Kultur

Das Herkunftsland entscheidet

Bei Verstorbenen anderer Nationalitäten ist vieles zu beachten

Stirbt ein ausländischer Mitbürger in Deutschland, sind viele Vorschriften des Herkunftslandes zu beachten.

Was geschieht eigentlich, wenn ein ausländischer Mitbürger in Deutschland verstirbt, mit dem Verstorbenen?

„Letzten Endes sind die Wünsche der Angehörigen entscheidend – und die Bestimmungen des Herkunftslandes“, erklärt Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. Für den deutschen Bestatter vor Ort heißt das, dass er sich kundig machen muss, was das jeweilige Herkunftsland des Verstorbenen vorschreibt.

Ist eine Apostille, also eine besondere Art Siegel oder Beglaubigungsform notwendig?
Was muss dem Konsulat vorgelegt werden – außer der Sterbeurkunde und dem internationalen Leichenpass?
Ist ein Nachweis erforderlich, dass der Verstorbene in einem hermetisch verschlossenen Zinksarg liegt?

Als Außenstehendem drängt sich da die Frage auf, ob es nicht viel praktischer wäre, die Verstorbenen zu kremieren und nur die Asche zu überführen?

„Das mag sein, aber in vielen Ländern, wie zum Beispiel Griechenland ist eine Feuerbestattung absolut nicht üblich. Es wird dort sehr viel Wert auf eine Erdbestattung gelegt und die spätere Verbringung der Knochen in ein Beinhaus“, gibt Stephan Neuser zu bedenken. „Und solange es keine zwingenden Gründe gibt, die dagegen sprechen, versuchen wir die Wünsche der Angehörigen und die Anforderungen der Herkunftsstaaten zu erfüllen.“

Daniel Dreckmann

Auch interessant