24. Juni 2018
Kultur

Das Naumburger Hussiten Kirschfest

Befreiungsfreude mit Süßkirschen

Festumzug Hussiten-Kirschfest

Festumzug Hussiten-Kirschfest

Jubiläen sind immer etwas Schönes. Ein silbernes Jubiläum ist in diesem Jahr das 25. Naumburger Hussiten-Kirschfest. 1993 hatte man damit wieder begonnen das traditionsreiche Fest wiederzubeleben, denn es bestand natürlich schon eine längere Tradition. Dass diese Naumburger Tradition sehr lebendig ist, konnten die Besucher aus Fern und Nah in diesem Jahr wieder feststellen. Die Veranstaltungen haben schon am 21. Juni begonnen und enden am 25. Juni 2018.

Beginnen wir zunächst mit der Story, die zu diesem Fest geführt hat. 1432 standen die Hussiten vor der Stadt und belagerten diese. Das war die Reaktion auf die Verbrennung von Jan Hus auf dem Konzil von Konstanz (1415). Danach entstand die Hussiten Bewegung, die sehr rasch auch militärisch aktiv wurde und viele Gebiete eroberte. Nach Naumburg zogen die Hussiten, weil der Naumburger Bischof Gerhard von Goch für die Verbrennung von Jan Hus gestimmt hatte. Die belagerte Stadt Naumburg war am Verhungern. Ein Schulmeister ergriff die Initiative und führte einige Schulkinder in weißen Hemden, als Symbol der Unschuld, vor die Stadt in das Lager der Hussiten. Damit erweichte er das Herz der Hussiten-Führers Prokop d. Ä. und dieser beschenkte die Kinder mit Kirschen. Alle kehrten wohlbehalten in die Stadt zurück und die Belagerung durch die Hussiten wurde abgebrochen. Später machten die Naumburger ein Fest daraus, das heute noch gefeiert wird. In diesem Jahr gab es ein besonders schönes Fest mit vielen Veranstaltungen und einem Festumzug mit 33 Bildern zur Geschichte der Stadt Naumburg.

Neugierige konnten das Hussitenlager vor der historischen Stadtmauer besichtigen und mittelalterlich schlemmen und allerlei Tand erstehen. Da sah man Hussiten, Söldner des Dreißigjährigen Krieges, Pferde und brennende Feuer. Auch Esel konnten von Kindern geritten werden und auf einer Bühne war viel Unterhaltungsprogramm. In der Stadt gab es auf dem Markt- und dem Domplatz, auf der Vogelwiese und dem Holzmarkt viele Angebote mit Musik und Unterhaltung. Einen weiteren Höhepunkt stellte auch die Peter-Pauls-Messe dar. Naumburg konkurrierte als Messestadt einst mit Leipzig. Wie früher präsentierten bei dieser Messe traditionelle Handwerker ihr Können und ihre Waren in Naumburg. Umrahmt wurde die Messe von Musikanten und Gauklern damals wie heute.

Zum 30jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Aachen trat die Stadtgarde „Oecher Penn“ aus der Partnerstadt Aachen auf.  Eine öffentliche Stadtführung erwartete die Besucher und im Hussitenlager ein mittelalterlicher Handwerkermarkt, Gaukler, Bühnenprogramm, Kinderspielplatz und Kinderritterturnier, in der Stadtkirche St. Wenzel ein festliches Mittagskonzert „Orgel punkt Zwölf“ sowie auf dem Markt das Theaterstück mit der Theatergruppe Poeta Historica „Die Hussiten zogen vor Naumburg“.
Auf dem Theaterplatz fand ein Konzert mit Simone Rauschenbach und Karsten Knabe und den Schönburger Blasmusikanten statt.

Insgesamt hatten die Naumburger zu einem fröhlichen Fest eingeladen, auf dem sich alle gut amüsieren und unterhalten konnten. Übrigens werden Sie als Fremdling als sympathisch empfunden, wenn Sie mit „Kirsch auf grüßen“.

Wer sich für das nächste Jahr schon auf das Naumburger Hussiten-Kirschfest vorbereiten will, der kann ja jetzt schon anfangen und das „Kirschfestlied“ üben. Den Text und das Lied finden Sie unter:

Kirschfestlied

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