12. Juli 2021
Kultur

Endlich geht es wieder los

Das Lyric Opera Studio Weimar spielt "Le nozze di Figaro" von von Wolfgang Amadeus Mozart

(Foto: LOSW)

„Wir sind alle sehr glücklich, dass wir endlich wieder spielen dürfen“, sagt Damon Nestor Ploumis, Leiter des Lyric Opera Studio Weimar.

„Wir mussten unseren Betrieb praktisch fast zwei Jahre einstellen, das war in jeder Hinsicht schlimm, für die jungen Künstler und für mich selbst. Wir waren alle wie im „Dornröschenschlaf“.

Bei den Probenarbeiten im Kulturzentrum „mon ami“ herrscht jetzt lebendiges, quirliges Singen und Spielen.“

Damon Nestor Ploumis, Leiter des Lyric Opera Studio Weimar (Foto: LOSW)

Woher kommen die Sängerinnen und Sänger diesmal?

Ploumis: Viele kommen aus den USA und Kanada, aber es kommen auch Studenten aus anderen Ländern, insgesamt aus 18 Nationen.

War für sie die Einreise schwierig?

Ploumis: Alle sind natürlich zweimal geimpft und haben den entsprechenden Testnachweis, dass sie gesund sind.

Wie ist denn die Zusammenarbeit mit den Behörden?

Ploumis: Ich telefoniere mit dem Gesundheitsamt und der Kulturdirektion. Alle sind sehr kooperativ und wollen, dass es gelingt. Wir haben eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit, darüber bin ich sehr froh.

(Foto: LOSW)

Sie werden ja nicht nur in Weimar auftreten, sondern auch an anderen Orten in Thüringen. Wo kann man das LOSW erleben?

Ploumis: Alle Veranstalter haben sich gefreut, dass wir wieder bei ihnen auftreten werden. Leider sind die Plätze noch beschränkt, aber auch da kann sich noch etwas ändern. Das hängt von der jeweiligen Lage ab.

Was steht auf dem Spielplan?

Ploumis: Wir werden Le nozze di Figaro spielen. Das ist ein wirklich fröhliches und witziges Stück, voll mit prallem Leben. Ich bin überzeugt, dass sich die Zuschauer sehr freuen werden.

Sie verstehen es amüsant zu inszenieren, haben Sie denn auch die Sängerinnen und Sänger dafür?

Ploumis: Ich bin erstaunt wie viel Potential in den diesjährigen Teilnehmern steckt und mit welcher Begeisterung alle spielen und singen. Stimmlich haben wir auch sehr viele Talente dabei, die sich hören lassen. Sie werden, wie man mit dem vielleicht altertümlichen Ausdruck sagt, „eine Fülle des Wohllautes“ erzeugen. Das merke ich jetzt schon bei den Proben.

An den Proben nimmt auch Derek Rue teil. Der gebürtige Amerikaner hat längst eine Festanstellung am Theater in Trier. Seine Tenor-Karriere begann beim Lyric Opera Studio Weimar. Jetzt nutzt er seine Theaterferien, um noch einmal in diesjährigen Produktion aufzutreten.

(Foto: LOSW)

Was führt Sie nach Weimar?

Derek Rue: Also zum einen liebe ich Weimar und zum anderen bin immer noch begeistert vom Lyric Opera Studio Weimar. Ich wurde gefragt, ob ich einspringen kann, denn leider konnte ein Tenor aus England nicht kommen und jetzt springe ich für ihn in der Rolle des Basilio ein. Ich schätze die Thüringer Zuschauer sehr, sie gehen mit und sind so offen für junge Künstler. Da fühlt man sich wohl und will alles geben.

Profitieren die anderen Studenten von ihren Erfahrungen?

Derek Rue: Ich gebe gern weiter, was ich gelernt habe und was ich kann. Wir haben hier immer ein besonderes Klima der Zusammenarbeit, das schätzen viele und darum kommen sie. Für mich ist es fantastisch wieder ein Teil des Teams zu sein. Wir werden alle eine gute Zeit haben, natürlich auch gemeinsam mit unserem Publikum.

Ganz neu dabei ist Anisa Kureishi. Sie kommt aus Kannada, wohnt seit einiger Zeit in Essen und ist zum ersten Mal in Weimar.

Wie gefällt es Ihnen in Weimar?

Anisa Kureishi: Ich bin begeistert vom Lyric Opera Studio Weimar. Eine befreundete Sängerin hat mir davon erzählt und ich wollte unbedingt einmal dabei sein. Die Probenarbeiten finde ich ganz großartig.

Wir lernen alle so viel von Damon und den anderen Dozenten. Eigentlich habe ich Physik und Philosophie in Kannada studiert, aber Operngesang war immer meine Leidenschaft und das Lyric Opera Studio Weimar sehe ich als entscheidende Stufe auf dem Weg in eine Gesangs-Karriere. Auf der Bühne zu stehen, das macht mich glücklich. Hier in Weimar finde ich alles, was ich schon immer gesucht habe. Es ist fantastisch. Wir sind hier ein wunderbares Ensemble. Davon profitiere ich.

Welche Rolle werden Sie singen?

Anisa Kureishi: Ich darf die Gräfin Almaviva spielen, das ist meine Wunschrolle und ich bin über meine Besetzung ganz glücklich.

Dann kann man allen Teilnehmern gutes Gelingen wünschen und natürlich Gesundheit.

Vielen Dank für das Gespräch

Aufführungstermine:

15.07. 19.00 Uhr – mon ami

16.07. 19.00 Uhr – Offene Lutherkirche Apolda

18.07. 15.00 Uhr – Das Comödienhaus Bad Liebenstein

19.07. 19.00 Uhr – Franziskanerkloster Saalfeld

20.07. 18.00 Uhr – Rittergut Besenhausen

21.07. 19.00 Uhr – mon ami

(Foto: LOSW)

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