"Kunst darf nicht den Eliten vorbehalten sein" - meinanzeiger.de
19. Oktober 2020
Kultur

„Kunst darf nicht den Eliten vorbehalten sein“

Serie: Thüringer Künstler

„Soge”, 2020, Farbholzschnitt, 30 mal 30 Zentimeter. Foto: Rüdiger Franke

Rüdiger Franke aus Gotha holt sich Inspiration direkt aus der Umwelt. Foto: Franke/privat

Interessiert an Kunst sei er schon immer gewesen, erzählt Rüdiger Franke aus Gotha. Aber richtig tief in diese Welt eingetaucht ist er erst während seiner Zeit als Gasthörer an der Burg Giebichenstein, Kunsthochschule in Halle an der Saale.

Preisträger der Stiftung Ulla und Eberhard Jung für junge Thüringer Kunst

Der 54-Jährige ausgebildete Mediengestalter arbeitet heute als freiberuflicher Künstler und ist seit 2019 Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen. Er erhielt den Preis der Stiftung Ulla und Eberhard Jung für junge Thüringer Kunst. Zwei seiner Werke sind in Sammlung, einmal bei der Klassikstiftung Weimar und der Thüringer Staatskanzlei.

Objekte, Holzschnitte, Lithografien und mehr

Inspiration findet Franke in seiner Umgebung. „Die Ideen fallen mir zu. Ich beobachte die Welt. Tatsächlich ist meine letzte Serie aufgrund eines Deponiefundes entstanden. Ich sah ein Linienraster, das ein Moiré-Effekt verursachte und versuchte anschließend, dieses Flimmern als Standbild nachzuahmen“, erzählt er. Also zeichnete er zunächst das Muster nach. Anschließend entwickelte er es weiter zu Farbholzschnitten der Serie „Bewegung im Raster“. Zu seinem Repertoire gehören aber auch Objekte, Holzschnitte, Lithografien und großformatige Zeichnungen. Für welche Technik er sich entscheidet, bestimmt das Werk. „Der minimale Einsatz von Material und Gestaltungselementen ist der Leitgedanke meiner Arbeit, den ich immer wieder neu auszuloten suche“, sagt er über sich.

Keine Angst vor der Kunst

Begeistert von anderer Kunst sei er immer dann, wenn er wieder etwas Neues entdecken kann. „Wenn ich mehrfach hinschauen muss, dann fasziniert mich das.“ Außerdem ist es der Prozess beim Entstehen von Serien, der ihn reizt. „Es ist spannend, zu beobachten, wie jeder etwas anderes in Werke hineininterpretieren kann“, findet Franke. Allerdings würde er sich wünschen, dass es in der breiten Bevölkerung mehr Wille gäbe, sich mit Kunst auseinanderzusetzen. „Manchmal hat man das Gefühl, dass die Leute Angst vor Kunst haben. Sie müsste noch mehr in der breiten Masse ankommen und weniger elitär sein“, so der Gothaer.

Kontakt:

Telefon: 01 77 / 73 94 310
E-Mail: rudileina[at]web.de

 

Protokoll: Maximilian Walter

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