Kunst gegen Depri - meinanzeiger.de
18. November 2020
Kultur

Kunst gegen Depri

Die neue Passage mit den Kunstwerken macht richtig etwas her. Da bleibt man gerne stehen und schaut. Hier ist Frau Wagner zu sehen, die mit Ihrer Firma die Platten der Kollagen mit den Werken der Kinder fertigte. Foto: Sven Schmidt

Der Verein Kunstzone Gera verwandelte die schmuddelige Passage Sorge 24 in eine kleine Kunstgalerie.

Spinnweben, Zigarettenkippen und Schmierereien – wenn Sven Schmidt über die Passage Sorge 24 spricht, die die Sorge mit der großen Kirchstraße verbindet, dann fällt das eine oder andere drastische Wort.

 

Kunst gegen Schandfleck

Er kann nicht verstehen, wie dieser Schandfleck überhaupt entstehen konnte – und dass sich offensichtlich weder die Stadt noch die Eigentümer dafür verantwortlich fühlen.
Kurzentschlossen reichte der Verein Kunstzone Gera das Projekt „Passage der Demokratie“ im Rahmen des Programms „Demokratie leben“ ein.
Als das Projekt bewilligt wurde, hatte der Verein Kinder aufgerufen, Bilder zum Thema „Demokratie und Porträts“ zu gestalten, die immer auch dem Grundsatz „Gemeinsam miteinander“ folgen sollten.

 

Die Kreativität der Kinder begeistert die Künstler

„Die ersten Werke entstanden im März in einer 3. Klasse am Biblacher Hang.
Dann kam der erste Lockdown, und so sind die meisten der Kunstwerke, die jetzt in der Passage zu sehen sind, in diesem Lockdown entstanden“, berichtet Sven Schmidt und erzählt weiter:
„Wir waren von dem Ergebnis selbst absolut überrascht.
Wie die Kinder  assoziativ mit dem Thema spielen, ist großartig.
Es sind sehr, sehr schöne Beiträge entstanden.“

 

 

Die Künstler sind richtig beh´geistert von der kreativität, mit der die Gerarer Schülerinnen und Schüler das Thema „Demokratie und Porträts“ nach dem Grundsatz „Gemeinsam miteinander“ angegangen sind. Foto: Sven Schmidt

 

Noch nie beteiligten sich so viele Kinder an einer Aktion des Vereins

129 Kinder beteiligten sich – so viele wie noch in keinem anderen Projekt des Vereins.
100 Arbeiten – Sven Schmidt spricht von Details – hat er zu Montagen zusammengestellt und auf sechs große Alu Dibond Platten gebannt.

 

Doch zunächst musste Hand angelegt
und gründlich sauber gemacht werden

„Die Passage war so dreckig, dass wir erst einmal alles gründlich sauber machen mussten.
Allein die Spinnwebennester an der Decke zu entfernen, was Heike Wallstabe trotz ihrer Spinnen-Aversion mit einem High Tec Teleskop Reiniger meisterte, brachte einen 100 Prozent freundlicheren Anblick des Durchgangs“, sagt Sven Schmidt.

 

Kunst kommt an

Seit Montag hängen die Kunstwerke in der Passage.
Und?
Sven Schmidt lächelt:
„Die Leute bleiben stehen und schauen – Ziel erreicht.“

Daniel Dreckmann

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