7. September 2022
Kultur

„leise schreien…“ – über die DDR-Heimerziehung

An diesem Donnerstag, 8. September, liest Manfred May aus Bänden der „edition H“. Foto: edition H

An diesem Donnerstag, 8. September, liest Manfred May aus Bänden der „edition H“.

Die Lesung findet 18 Uhr im Puppentheater Gera statt.
Für die Veranstaltung muss ein Ticket im Puppentheater erworben werden.

Sehr unterschiedliche Schicksale von DDR-Heimerziehung

Im Rahmen der Lesung stellt Manfred May drei individuelle, sehr unterschiedliche Schicksale von DDR-Heimerziehung vor.
Berichtet wird von Drangsal und Schmerz, denen Kinder, in Spezialkinderheimen, Jugendwerkhöfen und Durchgangsheimen der DDR-Jugendhilfe ausgesetzt waren sowie von deren hartnäckigen Behauptungsbemühungen.
Sie selbst kommen zu Wort aus überlieferten Akten und Protokollen ihrer Erzieher.
Die vorgestellten drei Schicksale sind ein Auszug aus den inzwischen acht erschienen Bänden der „edition H“, die Manfred May herausgegeben hat.

Aufarbeitung des Schicksals politisch Verfolgter

Manfred May arbeitet seit 1978 als freischaffender Künstler und engagiert sich seit 32 Jahren sowohl beruflich als auch ehrenamtlich für die Aufarbeitung des Schicksals politisch Verfolgter.
Seit 2003 ist er Ansprechpartner für ehemalige DDR-Heimkinder und baute die entsprechende Thüringer Anlaufstelle auf, die er bis 2013 auch leitete.
Durch seine Beharrlichkeit wurde das Thema der DDR-Heimerziehung aktuell und präsent gehalten und die Gesellschaft für das Geschehene sensibilisiert.

Was geschieht, wenn die Würde eines Menschen,
ganz besonders die eines Kindes, verletzt wird

Weit über seine eigentliche Aufgabe in der Anlaufstelle hinaus wurde er Zeuge individueller Auseinandersetzung.
Aus den Selbstzeugnissen von Betroffenen entstand die edition H.
Sie trägt die besondere Handschrift des Künstlers und legt Zeitzeugnisse und Einblicke in das Leben von Menschen vor, die deutlich machen, was geschieht, wenn die Würde eines Menschen, ganz besonders die eines Kindes, verletzt wird.

Es ist eine Veranstaltung der Thüringer Staatskanzlei, des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ in Jena und der Gedenkstätte Amthordurchgang Gera.

 

An diesem Donnerstag, 8. September, liest Manfred May aus Bänden der „edition H“. Foto: edition H

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