Nürnberger Kunst - meinanzeiger.de
8. August 2020
Kultur

Nürnberger Kunst

Henryk Krolikowski, Magda Szplit, Sven Schmidt und Peter Oehler in der Ausstellung der Galerie VIEW in Nürnberg. Am kommenden Freitag, 14. August, stellen nun 24 Künstler aus Nürnberg und Umgebung in der Galerie M1 in Gera aus und bieten einen umfassenden Einblick in die zeitgenössische Kunst aus dem fränkischen Raum. Foto: M1 / privat

Am nächsten Freitag, 14. August, lädt die Galerie M1 ab 18 Uhr zu einem umfassenden Einblick in die Nürnberger Kunstszene ein

Die Idee kam spontan.

Auf der letzten Weihnachtsausstellung hörte Sven Schmidt von einigen Künstlern aus Nürnberg, mit denen er sporadisch zusammenarbeitet, dass dort eine neue Galerie VIEW aufgebaut werden sollte.

Und warum nicht ein wenig „Starthilfe“ leisten und moderne Kunst aus Thüringen präsentieren?
Das Interesse war auf beiden Seiten groß.

 

Von der spontanen Idee
zum spannenden internationalen Austauschprojekt

Dann gab das Schicksal noch einen Wink:
Zufällig entdeckte Sven Schmidt, dass  Nürnberg eine Partnerstadt der polnischen Stadt Krakau ist.

Und mit dortigen Künstlern ­tauschen sich die Geraer schon seit vielen Jahren in der internationalen Künstlergruppe „simul/vade“ („zusammen/gehen“) aus.
So wurde aus einer spontanen Idee ein spannendes internationales Austauschprojekt.

 

Große Resonanz in Nürnberg

Anfang Juli stellten sechs Künstlerinnen und Künstler aus Gera und Krakau in der Nürnberger Galerie VIEW aus.

„Die Besucher waren sehr angetan von der Qualität der präsentierten Kunstwerke“, sagt Sven Schmidt.

Er spielt ganz gezielt auf die Grafiken im Linolschnitt an, die eine polnische Kollegin ausstellte.
„In Polen kann man ein ­Diplom in Linolschnitt ­machen – und das merkt man einfach in der Qualität.
Diese Werke sind absolut brillant und faszinierend“, gerät er ­geradezu ins Schwärmen.

 

Geraer Heimvorteile

Die Resonanz war gut – aber kein Vergleich zu heimischen Ausstellungen, meint Sven Schmidt.

„Wir müssen natürlich damit rechnen, dass in diesen Zeiten weniger Besucher kommen.
Die Älteren bleiben wegen Corona lieber zu Hause, und die Auflagen machen die Veranstaltung auch nicht einfacher“, weiß der Künstler.

Doch er hat zwei Trümpfe in Gera in der Hand, die er gerne ausspielt:
„Die Galerie M1 hat einen Garten mit Platz – und wir bieten köstliche Roster an“, sagt Sven Schmidt.

Und er weiß, dass diese Mischung – Kultur und Kulinarisches im richtigen Ambiente – immer gut ankommt.

Er weiß natürlich, dass er generell ein leichteres Spiel hat als seine Nürnberger Kollegen.
„Das ­Interesse an Kunst und an der Beschäftigung mit Kunst ist in den östlichen Bundesländern definitiv größer.
Das hängt mit der Stellung der Kunst in der DDR zusammen.“

 

Ausstellungseröffnung am Freitag, 14. August, ab 18 Uhr

Nächste Woche, am Freitag, 14. August, lädt die Galerie M1 ab 18 Uhr zu einer großen Ausstellung moderner Kunst aus Nürnberg ein.

 

24 Nürnberger Künstler – ein „Powerplay“

Und man hat sich viel vorgenommen:
24 Künstlerinnen und Künstler der Initiative BBK Mittelfranken werden ihre Werke präsentieren.
Die acht Raumbereiche der Galerie werden also voll und ganz ausgenutzt.
Sven Schmidt spricht von einem „Powerplay“ – und man ist geneigt, ihm das voll und ganz abzunehmen.

 

Es wird viel zu entdecken geben

„Wir haben bewusst kein Thema vorgegeben.
Jeder darf ausstellen, was ihm oder ihr wichtig erscheint“, erklärt Sven Schmidt.
„Wir wollen den Besuchern so einen ­möglichst umfassenden Überblick über die Vielfalt und Qualität zeitgenössischer Kunst aus Nürnberg und ­Umgebung geben.
Da wird es viel zu gucken und zu ­entdecken geben.“

Daniel Dreckmann

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