Reiseführer in die Geschichte - meinanzeiger.de
4. Juni 2018
Kultur

Reiseführer in die Geschichte

Neues Buch spürt alten Industrie-Denkmälern nach

In dem kürzlich erschienenen Buch „Thüringer Straße der Industriekultur“, das von Johannes M. Fischer und Gerald Grusser im Klartext Verlag herausgegeben wurde, nehmen der Journalist Dietmar Grosser und die Historikerin Tamara Harwich den Leser mit auf eine spannende Zeitreise entlang einer imaginären Straße der Industriekultur.

Sie besuchen ausgewählte ehemalige Industriegebäude in Thüringen und „wecken“, wie sie es nennen, „die alten Geister“. Dazu erzählen die Autoren zum einen die Geschichte der faszinierenden Bauten. Richtig plastisch und lebendig werden die Schilderungen aber erst durch die Gegenüberstellung mit den persönlichen Erfahrungen der Autoren vor Ort sowie zahlreichen Gesprächen mit den Menschen, die dort heute leben, arbeiten oder sich bemühen, die teils leerstehenden Gebäude zu neuem Leben zu erwecken.

Insgesamt 50 Industriedenkmäler werden vorgestellt – von der AWE und Automobile Welt in Eisenach, über das Uhrenwerk in Ruhla, den Tobiashammer in Ohrdruf und das Nadelwerk in Ichtershausen bis zur Optima in Erfurt. Vieles hat man irgendwann schon einmal gehört – aber lange wieder vergessen. Andere Details sind ganz neu und überraschend. Eine spannende Lektüre und eine schöne Geisterjagd…

Daniel Dreckmann


„Thüringer Straße der Industriekultur“, herausgegeben von Johannes M. Fischer und Gerald Grusser, Klartext Verlag, Essen 2018, ISBN 978-3-8375-1914-3



P.S.: Wer noch mehr zum Thema erfahren möchte: Die Ausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“, vom 6. Juni bis zum 9. September 2018 in der Shedhalle in Pößneck, wirft einen umfassenden Blick auf die Industrialisierung in Thüringen.

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