30. Juni 2021
Kultur

Ring frei zur Diskussion

Die Ökumenische Akademie Gera / Altenburg lädt zu Streitgesprächen über das Thema Corona ein - hier ein Archiv-Foto. Die nächste Veranstaltung ist am Donnerstag, 22. Juli, um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Elisabeth. Foto: Wolfgang Hesse

Die Ökumenische Akademie Gera / Altenburg lädt in einer hochkarätigen Diskussionsreihe zum Streit über Corona ein

„Mit Querdenkern und Corona-Gegnern zu diskutieren – das ist für einige Menschen derzeit absolut undenkbar.
Aber wenn wir diesen Teil unserer Bevölkerung nicht exekutieren, einsperren oder deportieren wollen, wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als mit ihnen zu ­reden“, formuliert es Pfarrer Dr. Frank Hiddemann, der Leiter der Ökumenischen Akademie Gera / Altenburg extrem provokant – und geht mit gutem Beispiel voran.

Diskussionen noch bis zum 11. November

Er hat eine hochkarätige Diskussionsreihe gestartet, in der noch bis zum 11. November an sechs Abenden zum Thema „Nach Corona“ diskutiert und gestritten werden soll.
Teilnehmer wie Ralf Ludwig, Rechtsanwalt und ein Sprecher der Querdenkerbewegung, Ministerpräsidentin a. D. Christine Lieberknecht oder die Publizistin und Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld versprechen spannende Abende.

Keine Angst vor unangenehmen Situationen

Angst vor unangenehmen Situationen hat Dr. Frank Hiddemann nicht.
„Eine ähnliche, damals heftig ­umstrittene Diskussionsreihe haben wir bereits 2018 zur Partei AfD durchgeführt“, sagt er.
„Ich spreche gern von ‘prekären Diskussionen’ mit Menschen, die sonst ausgegrenzt werden.
Das hat nicht sofort funktioniert.
Beide Seiten brauchten einige Veranstaltungen, um sich aufeinander ‘einzutunen’, aber dann entstanden tolle, konstruktive Debatten.“

Räumlichkeit der Kirche hilft dabei, Gespräche zu versachlichen

Sicher trage auch die Räumlichkeit der Kirche ­dazu bei, die Diskussion zu versachlichen – und das Format, dass neben den Dis­kutanten auch ein Sachverständiger zu Wort kommt.
„Mir ist ein zivilisierter ­Gesprächston und ein sach­licher Diskurs wichtig“, sagt Frank Hiddemann.
„Noch viel wichtiger ist mir aber, dass wir nicht länger in ­Lagern denken, sondern ­miteinander sprechen.“

Die anstehenden Themen und Termine

  • Die Stunde des Groß­kapitals? Wirtschaft nach Corona
    Donnerstag, 22. Juli, 19 Uhr,
    Experte: Dr. rer. soz. Andreas Mayert, Volkswirt und Referent für Wirtschafts- und Sozialpolitik am Sozialwissenschaft­lichen Institut der EKD.
    Streitpartner: Dr. Markus Demele, Generalsekretär des Kolping International, und Peter Schmidt (Unternehmer, geschäftsführender Inhaber von Jenatec).
  • Angriff auf die Freiheit?
    Kommt jetzt der Überwachungsstaat?
    5. August 2021, 19 Uhr,
    Experte: Dr. Klaus von der Weiden, Mitglied des Thüringer Verfassungs­gerichtshofes und des ­Corona-Beirates der Thüringer Landesregierung.
    Streitpartner: Frank ­Roßner, Präsident des Landesverwaltungsamtes in Weimar, Albert Weiler (direkt gewählter MdB aus dem Saale-Holzland-Kreis) und Ralf Ludwig (Rechtsanwalt, Sprecher Querdenker-Bewegung)
  • Gott, Corona und die Kirchen
    16. September, 19 Uhr,
    Experte: Dr. Gerhard ­Wegner, Direktor des ­Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD a. D.
    Streitpartner: Ministerpräsidentin a. D. Christine Lieberknecht und Landesbischof der EKM, Friedrich Kramer
  • Ende der Bürgerrechte?
    21. Oktober, 19 Uhr,
    Experte: Dr. Justus H. ­Ulbricht, Historiker und Publizist aus Dresden.
    Streitpartner: Vera Lengsfeld (Publizistin und Bürgerrechtlerin) und Ralf-Uwe Beck (Sprecher des Bündnisses für mehr ­Demokratie in Thüringen)
  • Diktatur der Virologen?
    Wissenschaft nach Corona
    11. November, 19 Uhr,
    Expertin: Prof. Dr. phil. Karen Nolte, Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, Heidelberg.
    Streitpartner: Priv.-Doz. Dr. med. habil. Friedrich-Wilhelm Tiller, Ärztlicher Leiter des MVZ-Labors ­Bavariahaus (München) und Prof. Dr. Mathias W. Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsme­dizin, Uni-Klinikum Jena

Weitere Informationen

Mehr und detailliertere Informationen zur Diskussionsreihe „Nach Corona“ erfahren Interessierte unter:
oek-akademie-gera.de/nach corona

Daniel Dreckmann
dreckmann@meinanzeiger.de

 

Pfarrer Dr. Frank Hiddemann, der Leiter der Ökumenischen Akademie Gera / Altenburg, sieht in der Diskussion den einzigen Weg, Menschen mit extrem verschiedenen Ansichten zusammenzubringen. Und er weiß aus Erfahrung, dass aus solchen Zusammentreffen sehr positive und kreative Prozesse erwachsen können. Deshalb scheut er den Streit nicht. Foto: Wolfgang Hesse

 

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