9. Juli 2021
Kultur

Rudolstadt aktuell: Die große Sehnsucht bleibt….

Rudolstädter Vogelschießen 2021 abgesagt / Saalestrand bis 5. September weiter geöffnet

Trotz einem ausgefeilten Hygienekonzept wären die Auflagen so hoch, dass ein solches Bild – ein richtiger Rummel-Bummel – nicht möglich wäre. Foto: Andreas Abendroth

Von Andreas Abendroth

Das größte Thüringer Volksfest – dass beliebte Rudolstädter Vogelschießen 2021 – wurde jetzt durch die Stadtverwaltung Rudolstadt abgesagt werden. Eine Absage, das zweite Mal in Folge.

„Die aktuell gültigen „Handlungsanweisungen der Landesregierung zur Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen und Infektionsschutzregeln zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS CoV-2“ machen eine Durchführung des Rudolstädter Vogelschießen als größten Rummel in Thüringen aus finanziellen und organisatorischen Gründen unmöglich. Außerdem haben bereits Schausteller mit großen Attraktionen ihr kommen abgesagt“, so Festplatzchef Frank Grünert.

Auch Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl ist über diese Maßnahme sehr traurig: „Die Entscheidung ist mir und allen an der Organisation Beteiligten sehr schwergefallen. In Gedanken bin ich oft bei den Schaustellerbetrieben, die seit 18 Monaten unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden. Ihre Sorgen, Nöte und die begründete Zukunftsangst kann ich sehr gut verstehen.“

Doch wichtig ist es auch, den Rummelgästen aus nah und fern, die Beweggründe zu dieser Maßnahme deutlich aufzuzeigen. Dazu die Verantwortlichen des Vogelschießens: „Die Umsetzung der seit 3. Juli 2021 gültigen Handlungsanweisungen wäre mit folgenden Konsequenzen verbunden. Der Festplatz müsste umzäunt werden, um die maximale Besucherzahl zur Gewährleistung der Abstandsregeln stark zu begrenzen. An Ein -und Ausgängen ist durch Sicherheitspersonal die Zählung der Besucher vorzunehmen. Auf Grund der Besucherbeschränkung wären die Umsätze der Schausteller extrem niedriger gewesen, was zu einer Fortsetzung bereits erfolgter Absagen von Standplatzbetreibern geführt hätte. Am Wochenende bestand zudem die Gefahr, dass vielen Gästen der Eintritt verwehrt wird, weil die höchst mögliche Besucherzahl erreicht ist.“

Der Rudolstädter Veranstaltungsreferent Frank Grünert ist seit über 30 Jahren für die Traditionsveranstaltung „Rudolstädter Vogelschießen“ zuständig. Foto: Andreas Abendroth

Ein weiterer Aspekt ist, dass es zu einem richtigen Rummel-Bummel gehört, dass sich im Außenbereich viele Menschen treffen, das besondere Flair genießen. Doch solche großen Menschenansammlungen, welche zu engen Kontakten führen, sollen verhindert werden. Wegen der erheblichen Mehrkosten für die Stadt als Veranstalter und die durch die Einschränkungen und Reglementierungen niedrigen Umsatzchancen für die Schausteller wäre die Durchführung des Volksfestes auch wirtschaftlich nicht darstellbar und auch nicht vertretbar.

Doch zu guter Letzt bleiben Sehnsucht und Hoffnung. Denn das beliebte Thüringer Traditionsfest feiert im nächsten Jahr sein 300-jähriges Jubiläum. Und Festplatzchef Frank Grünert hat noch eine positive Meldung: „Die Angebote des „Saalestrand Rudolstadt“ auf der Bleichwiese bleiben den Bürgern und Gästen der Stadt bis zum 5. September erhalten.“

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