„Wir erfahren große Unterstützung“ - meinanzeiger.de
23. Oktober 2020
Kultur

„Wir erfahren große Unterstützung“

Die Schmöllner Stadtkirche St. Nicolai liegt vielen Bürgern sehr am Herzen – auch vielen, die konfessionell nicht gebunden sind. Die Stadtkirche eint die Menschen und der Kirchbauverein erfährt jedes Jahr aufs Neue große Unterstützung. Foto: Stadtverwaltung Schmölln (Archiv)

Der Kirchbauverein „Sankt Nicolai“ Schmölln e.V. sammelt Gelder für die Sanierung der Stadtkirche

„Es ist wirklich eine Freude, zu sehen, was fünf regionale Firmen derzeit an unserer Kirche leisten, das ist wirklich ganz toll“, äußert sich Peter Mittelstädt, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchbauvereins „Sankt Nicolai“ Schmölln e.V. lobend über den Fortschritt der Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche.

 

Sanierte Passagen sind fast wie neu

Der Verein hatte sich im März 2017 gegründet, um die Kirchgemeinde bei den Sanierungsarbeiten, also der Instandsetzung der Fassade und von Teilen des Daches und der Dachrinne zu unterstützen.
„Die Fassade besteht aus Putz und Naturstein.
Und besonders der Naturstein war im Laufe der Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen worden und verwittert“, erinnert sich Peter Mittelstädt.
„Aber wenn Sie sich die sanierten Passagen heute anschauen, dann sehen die aus wie neu.“

 

Ehrgeizige Ziele

Der Verein, der inzwischen 26 Mitglieder und einen 7-köpfigen Vorstand zählt, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kirchgemeinde finanziell bei den Sanierungsarbeiten mit insgesamt 200 .000 Euro zu unterstützen.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen werden sich letztlich auf über 2,7 Millionen Euro belaufen, von denen der größte Teil aus Fördermitteln und Investitionen der Stadt Schmölln zusammensetzen.

 

Beachtliche Erfolge

Allein im ersten Jahr 2017 konnten die Vereinsmitglieder der Kirchgemeinde zur Weihnachtszeit einen Scheck über 20.000 Euro überreichen – finanziert aus Konzerten und Benefiz-Veranstaltungen zugunsten der Kirche.
2018 betrug die Schecksumme dann schon 30.000 Euro und 2019 sogar 35.000 Euro.

 

Jetzt ein Schuss ins Getriebe

„Die Corona-Pandemie in diesem Jahr ist für uns natürlich ein ganz schöner Schuss ins Getriebe“, stellt Peter Mittelstädt dann traurig fest.
Der Auftritt des Ensembles Amadeus musste ins nächste Jahr verschoben werden.
„Und niemand weiß wie sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten noch entwickeln wird.“

 

Der angenehme Blick zurück

Da ist der Blick zurück doch viel angenehmer.
Gern erzählt Peter Mittelstädt, wie die Vereinsmitglieder bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen Flyer verteilen, mit der Bitte, doch etwas für die Kirch zu spenden.
„Wir haben das Glück, dass nicht nur die Kirchgemeinde, sondern auch die Stadtgemeinde bei uns sehr aktiv ist – auch wenn viele nicht konfessionell gebunden sind.

Namhafte Künstler konnten schon für Auftritte zugunsten der Kirche gewonnen werden – und verzichteten teilweise sogar auf ihr Honorar.
„Das ist ein tolles Erlebnis – und wenn dann auch noch der Zuspruch von Seiten der Bevölkerung groß ist, dann ist das schon sehr bewegend“, sagt Peter Mittelstädt.

Bislang hat der Verein nie Eintritt genommen zu seinen Veranstaltungen, hat Wasser, Kaffee und Wein ausgeschänkt und nur um Spenden gebeten.
Das kam gut an.

 

Von der Schindel bis zur Urkunde –
mit Kreativität viele Hürden gemeistert

Generell lässt sich der Verein viel einfallen, um Spender zu ehren.
So steht im Vorraum der Kirche ein Modell der Kirche.
Unabhängig von der Spendenhöhe wird der Name jedes Spenders auf kleinen Schindeln festgehalten, die dann auf dem Dach der Kirche platziert werden.
Und jeder Spender erhält auch unabhängig von der Spendenhöhe eine schöne Spendenurkunde, was gut ankommt.
Am Jahresende wird eine Staffelei in einem Rahmen ausgestellt, auf der die Namen aller Spender aufgelistet werden.
So wird jeder noch einmal wertgeschätzt.

 

Hoffen aufs Adventsingen

Wenn es auch nur irgendwie möglich ist, will der Verein auch in diesem Jahr das traditionelle Adventsliedersingen gern unterstützen – doch wer weiß, was bis dahin ist.

 

Und doch wieder viel gutes Geld beisammen

Ganz zum Schluss lächelt Peter Mittelstädt und meint: „Was ich Ihnen aber mit Bestimmtheit sagen kann, auch, wenn ich keine konkreten Zahlen nennen darf ist, dass wir der Kirchgemeinde auch in diesem Jahre wieder viel gutes Geld zu Weihnachten überreichen können.“

Daniel Dreckmann

 

An diesem Samstag, 24. Oktober 2020, erscheint in der Ostthüringer Zeitung im Raum Schmölln eine Sonderbeilage mit dem Titel „Leben in und um Schmölln“ mit vielen interessanten Geschichten und Berichten.

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