1. März 2021
Leute

Lebenshilfe setzt sich für die Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderungen im Krankenhaus ein

©Lebenshilfe/David Maurer

Für Menschen mit einer geistigen oder Mehrfachbehinderung stellt der Krankenhausaufenthalt eine große Herausforderung dar. Nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie wirken die fremde Umgebung, das ihnen unbekannte Krankenhauspersonal und die Behandlungen beängstigend auf sie. Darüber hinaus sind ihre Kommunikationsmöglichkeiten oftmals eingeschränkt, sodass sie ihre Symptome, Bedürfnisse und Wünsche nicht ausreichend zum Ausdruck bringen können.

Verbesserung der Situation

Folglich gestalten sich pflegerische, diagnostische und therapeutische Prozesse schwieriger; zum Teil können sie nicht in ausreichendem Maße durchgeführt werden. Gemeinsam mit dem verbandsinternen Gremium des Eltern- und Angehörigen-Rates setzt sich der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Landesverband Thüringen e. V. für die Verbesserung der Situation dieser Patientengruppe ein und hat in einer Petition Forderungen an den Thüringer Landtag gestellt. Die Landtagsabgeordneten werden darin gebeten sich mit dem Thema zu beschäftigen und Gespräche mit den entsprechenden Stellen aufzunehmen.

Assistenzkräfte können helfen

Ganz konkret geht es dabei um die Finanzierung von Assistenzkräften, welche die Menschen mit Behinderungen ins Krankenhaus begleiten – das können Eltern und Angehörige, aber auch ihnen vertraute Mitarbeitende der Eingliederungshilfe sein. Die Finanzierung dieser Unterstützung ist bislang noch nicht eindeutig geregelt. Weiterhin soll bewirkt werden, dass die Krankenhausbeschäftigten im Umgang mit dieser Patientengruppe sensibilisiert und geschult werden. Bereits in der Ausbildung zum/zur Pflegefachmann/frau sollen die entsprechenden Ausbildungsinhalte implementiert und ausgebaut werden.

Hilfe die Kommunikation zu erleichtern

Eine weitere Forderung in der Petition bezieht sich auf die Einführung eines spezifischen Aufnahme,- Entlass- und Fallmanagements in den Krankenhäusern. Dieses beinhaltet zum Beispiel Vorabgespräche, um die individuellen Unterstützungsbedarfe zu klären oder die Nutzung einer einfachen Sprache/Piktogramme, mit deren Hilfe die Kommunikation erleichtert werden soll. Ein Leitfaden mit entsprechenden Handlungsempfehlungen wurde bereits veröffentlicht; allerdings ist dieser nicht verpflichtend für die Thüringer Krankenhäuser und wird dementsprechend auch nicht im gewünschten Umfang eingesetzt.

Sie können helfen

Im Sinne der Menschen mit Behinderungen und im Sinne der Krankenhausbeschäftigten – welche oftmals einfach nicht die Zeit und die spezifischen Kenntnisse im Umgang mit dieser Patientengruppe haben  – möchten wir Sie einladen die Petition online mitzuzeichnen. Die Mitzeichnung der Petition ist bis zum 12.04.2021 auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtages möglich (https://petitionen.thueringer-landtag.de/petitions).

 

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