Messer, Gabel und Hängematte als Hingucker - meinanzeiger.de
5. August 2020
Leute

Messer, Gabel und Hängematte als Hingucker

Messer, Gabel und Hängematte zieren die Nordseite der neuen Pension Obstler in der Liebschwitzer Straße 118 in Gera-Zwötzen - fast wie ein Markenzeichen. Foto: Manfred Malinka

Gaststätte & Pension „Zum Obstler“ in Gera-Zwötzen
hat sich um einen aufwendigen Sanierungsbau erweitert

 

Von Manfred Malinka

Steven Obst ist erleichtert.
Nach 19-monatiger Bau- und Stresszeit ist die Pension „Zum Obstler“, dessen Inhaber er ist, endlich für die Öffentlichkeit freigegeben.

 

Aus einer Ruine eine ansehnliche Pension geschaffen

Der 31-jährige hatte im September 2018 eine baufällige Ruine in der Liebschwitzer Straße 118 günstig erworben und seitdem aus dem einstmals viergeschossigen Schul- und Wohnhaus vom Baujahr 1906 eine ansehnliche Pension mit 22 Betten in zwölf Zimmern entstehen lassen.

 

Vorher: So sahen die Zimmer in der Ruine des Hauses in der Liebschwitzer Straße 118 vor der Sanierung aus… Foto: Manfred Malinka

 

Und nachher: So sehen die Zimmer heute, nach der Sanierung aus. Foto: Manfred Malinka

 

Der Bedarf war da

In der Liebschwitzer Straße 121, nur 30 Meter Luftlinie vom neuen Objekt entfernt, gab es im Anbau an das Gasthaus bereits seit 2013 neun Betten in vier Zimmern, die aber längst die Kapazitäten sprengten.

Die Familienfeiern, Klassentreffen, Geburtstage, Hochzeiten etc. mit Gesellschaften über 50 Leuten „schrieen“ längst nach mehr Übernachtungsmöglichkeiten vor Ort.
Also machte sich der Juniorchef mit der Familie auf den Weg.

 

Eine Erweiterung am Standort war nicht möglich

Angefangen hatte Vater Dietmar, der auch schon die Vorgänger-Lokalitäten „Zur Elster“ und „Gartenlokal Elstertal“ bewirtschaftete, mit einem Zimmer zur Nächtigung.
Eine Erweiterung am Standort war nicht möglich, weil dazu einige Auflagen nicht erfüllt werden konnten oder wollten.

Auch nebenan ging nicht, weil da ein Haus in einem noch schlechteren Zustand als die Nummer 118 war.
Diese brachte der ehemalige Geschäftsführer Norbert Kompalla aus dem benachbarten Zwötzener Verein ins Gespräch und stellte den Kontakt zum Eigentümer in den alten Bundesländern her.

 

Sanierungsprojekt kam nur mühsam in die Gänge –
mit langen Wartezeiten

Obst bekam für die 300 Quadratmeter Wohn- und 350 Quadratmeter Grundstücksfläche den Zuschlag und kümmerte sich fortan um die Baugenehmigung.

Das Projekt der Sanierung des 15 Jahre leerstehenden Hauses kam schwer in die Gänge, obwohl das Gebäude in einem „mehr als schlechten Zustand“ war, wie Steven Obst weiß.

In den fünf Monaten Warten auf die Baugenehmigung machte er zumindest schonmal das Dach dicht, um ein Einstürzen zu verhindern.

 

Von Optimismus, Enthusiasmus – und unerwarteten Investitionen

Es brauchte viel Optimismus, Enthusiasmus und mehr Investitionen als vermutet, um das Konzept umzusetzen.

Hinter dem Haus musste gar noch ein zweigeschossiges Werkstattgebäude abgerissen werden, um Parkplatzkapazität zu schaffen.
Nach erfolgter Entrümpelung und Entkernung war dann im Juni 2019 offizieller Baustart.

 

Die Zimmer-Planung

In den vier Etagen wurden die Flächen so abgetrennt, dass jeweils drei Zimmer inklusive Bad herauskamen.
Das war zwar schwierig zu stemmen, aber Obst entschied sich wegen der mehrheitlichen Übernachtungen von Monteuren und Bauarbeitern für die 3er Variante.
Mit zirka 20 Quadratmetern habe er jetzt ein gutes Mittelmaß gefunden.

 

Weitere Auflagen

Viel Geduld brauchte der junge Gastronom in Sachen Brandschutz.
Immer wieder gab es neue Auflagen wegen der zu erwartenden Bettenanzahl und der Höhe des Hauses.

 

(Fast) wie neu

Am Haus selbst wurde der alte Putz entfernt, zur Straßenseite mussten die Klinker gereinigt werden.
Die Fugen wurden gesäubert und auf neu gemacht, um den Charakter des Hauses aus der Jugendstilzeit zu erhalten.

 

Ein Blickfang: Die neue Pension „Zum Obstler“ von der Liebschwitzer Straße aus. Foto: Manfred Malinka

 

Stolz auf das Geschaffene

Ein halbes Jahr später als gedacht hat die Pension „Zum Obstler“ nun ihr zweites Haus eröffnet, wobei Familie Obst den vielen Helfern und Unterstützern dankbar ist.
Besonders Andreas Fahner von der Baufirma sei immer an seiner Seite gewesen, ist das Familienunternehmen Obst stolz auf das Geschaffene.

 

Messer, Gabel und Hängematte als Markenzeichen

Ein Markenzeichen für die Pension hat sich Steven Obst an der Nordseite des Hauses anbringen lassen.

Als „eye catcher“, neudeutsch Blickfang, zieren in grellen Farben eine Hängematte, Messer und Gabel und der Schriftzug „Zum Obstler“ die Fassade.

Es ist etwas Besonderes und soll ja nicht nur zum Hingucken, sondern auch zum Verweilen einladen.
Die Preise dazu sind denen des Haupthauses schräg gegenüber angepasst.

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