Lichtmess erleben - ein fast vergessener Kirchentag - meinanzeiger.de
3. Februar 2020
Mühlhausen

Lichtmess erleben

Die Katholiken im Unstrut-Hainich-Kreis und im Landkreis Eichsfeld begehen einen fast vergessenen Kirchentag

Lichtmess erleben

Nicht nur zu Lichtmess hat Maria eine große Bedeutung im kirchlichen Leben. Diese ­Zeichnung von Eduard Fiedler ist der Maria mit dem Kind im Erfurt Dom nachempfunden.

Für die katholischen Gläubigen im Eichsfeld und anderswo ist der 2. Februar ein bis heute besonders wichtiger Tag im Kalender. Zu Maria Lichtmess endet die Weihnachtszeit, die Tage sind spürbar länger geworden.

Fast vergessenem Kirchentag wird mehr Augenmerk geschenkt

Traditionell werden an vielen Orten erst an diesem Tage Krippen und Weihnachtsbäume abgebaut. Es gibt mancherorts sogar noch das Sprichwort „Zu Lichtmess kannst du schon bei Tage ess‘“, was darauf anspielt, das Abendessen in der Helligkeit einnehmen zu können. Für die Menschen stellte das einst einen wichtigen Markstein im Frühjahr dar, eine erste ­Etappe auf dem Weg zum Frühling war gegangen. Da Lichtmess 2020 morgen auf einen Sonntag fällt, bleibt Zeit, diesem Tag wieder etwas mehr Augenmerk zu ­schenken.

Lichtmess zählt zu den ­ursprünglichsten und ältesten Festen der Kirche

Aus dem Alltag ist Maria Lichtmess allerdings heute fast verschwunden. Aber in den Gemeinden des gesamten Eichsfeldes halten zahl­reiche Familien und Kirchgemeinden an diesem alten Brauch fest. Das ist gut so, denn Lichtmess zählt zu den ­ursprünglichsten und ältesten Festen der Kirche. Bereits zu Beginn des 5. Jahrhunderts feierte man es in Jerusalem am 40. Tag nach der Geburt Christi. Zuerst fiel dieser Tag auf den 14. Februar, weil die Zählung vom 6. Januar an erfolgte, dem Tag der Erscheinung des Herrn, heute noch allgemein als Dreikönigstag bekannt. Erst später wurde ab Weihnachten, Christi Geburt, gezählt und damit kam das Datum auf den 2. Februar. Rom selbst führte den Feiertag um das Jahr 650 ein.

2. Februar als „Tag des geweihten Lichts“

Im 11. Jahrhundert begann der heute noch gepflegte Brauch von Kerzensegnung und Lichterprozession. Zu Lichtmess werden die für das kommende Jahr benötigten Kerzen für Kirche und Familie geweiht. Dazu fanden einst vielerorts Wachsmessen statt. Diese unterstreichen die sichtbare Wiedergeburt der Helligkeit zum Beginn des Februars. Zahlreiche Eichsfelder Familien lassen auch in diesem Jahr ihre Kerzen zu den Lichtmessgottesdiensten im gesamten Eichsfeld weihen. Erst diese Kerzensegnung führte in der westlichen Kirche dazu, den Tag als Maria Lichtmess zu bezeichnen. Papst Johannes Paul II. legte 1997 den 2. Februar als „Tag des geweihten Lichts“ für die katholische Kirche fest.

Von Dirk Koch

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