Reaktion nach Blamage - THC mit Sieg nach Niederlage - meinanzeiger.de
5. Februar 2020
Mühlhausen

Reaktion nach Blamage

Thüringer HC: Kantersieg gegen Most nach schlechtem Spiel in Leverkusen

Redebedarf herrschte beim Thüringer HC nach der Pleite in Leverkusen: hier zwischen dem Co-Trainer Helfried Müller und ­Spielerin Mariana Ferreira Lopes. Foto: Henning

Noch am Freitagabend, auf der Rückfahrt im Bus von Leverkusen nach Thüringen, stellte THC-Trainer Herbert Müller jeder Spielerin die Charakterfrage. „Die Stimmung war schlecht. Jeder hätte sich im Bus am liebsten in irgendeine Ecke verkrochen. Ich habe mit jeder Spielerin einzeln gesprochen. Ich habe jeder Spielerin Hausaufgaben mitgegeben für das Spiel am Sonntag“, so Müller über die Momente nach dem verlorenen Bundesliga-Spiel.

Nach dritter Niederlage verabschiedet sich der THC erst einmal aus dem Titelrennen

Die Handballerinnen des Thüringer HC hatten nach einer enttäuschenden Vorstellung bei Bayer Leverkusen mit 25:34 verloren. „Wir hatten an diesem Abend einfach kein Bein aufs Parkett gebracht. Wir haben mit unseren Chancen von Anfang bis zum Schluss geschludert. Am Ende hat Leverkusen auch in der Höhe verdient gewonnen. Sicherlich hatten wir in der Vorwoche auch einige grippekranke Spielerinnen. Das ist aber nicht die Erklärung für diese Leistung gewesen“, ­befand Müller nach der ­dritten Bundesliganiederlage der Saison. Mit sechs Minuspunkten hat sich der siebenfache Meister erst einmal aus dem Titelrennen verabschiedet.

Kampf um dritten Platz

Herbert Müller wollte nichts beschönigen. „Im Moment kann unser Blick in der Liga einfach nicht ganz nach oben gehen. Wir kämpfen um den dritten Platz. Das ist für viele Fans sicherlich ernüchternd. Es gibt mit Dortmund und Bietigheim einfach zwei bessere Mannschaften“, sagte Müller.

Letztes Hauptrundenspiel am 8. Februar

Die Reaktion seiner Spielerinnen folgte prompt – und sie war beeindruckend. Im EHF-Cup bekamen die Spielerinnen von Banik Most den ganzen Frust der Müller-­Schützlinge zu spüren. Die THC-Frauen ließen am Sonntag in der Wiedigsburghalle in Nordhausen in den ersten 30 Minuten nur acht Gegentore zu. Nach 60 Minuten standen 40 geworfene Tore an der Anzeigetafel. „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Es war ein sehr gutes Handballspiel“, freute sich Müller nach dem 40:24. Der Einzug ins Viertelfinale des EHF-Cups ist längst sicher. Der THC geht auch als Gruppenerster in die Runde der besten acht Teams. Am Sonnabend, 8. Februar, ab 13 Uhr folgt das letzte Hauptrundenspiel beim türkischen Vertreter aus Kastamonu. Die Türkinnen haben sich nach ihrem Auswärtssieg in Debrecen auch für das Viertelfinale qualifiziert.

Spielerinnen des THC voller Kampfgeist

Motivationsprobleme sieht Müller nicht für die nächsten Partien um Punkte in der Bundesliga. „Beim THC sind die Spielerinnen gewohnt, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Daran hat sich auch nach dem Leverkusen-Spiel nichts geändert. Wir wollen ja nächstes Jahr wieder international spielen. Wie schön und wie attraktiv der EHF-Cup ist, das bekommen wir ja selbst gerade mit. Dazu dürfen wir aber in der Liga nicht weiter abrutschen in der Tabelle. Dann wäre der internationale Wettbewerb akut in Gefahr. Und das will niemand hier beim THC“, warnt Müller.

Von Jens Henning

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