11. Juni 2021
Natur

Heimlicher Bewohner gesucht!

Die Naturforschende Gesellschaft Altenburg bittet um Hilfe

Der kleine Eremit. (Foto: NfGA/ C. Winter)

Altenburg. In alten, hohlen, aber noch lebenden Bäumen herrscht unter Umständen ein reges Treiben. Die Stämme mit ihren Spalten und Höhlen bieten z.B. Insekten, Vögeln oder Fledermäusen Unterschlupf. Andere Tiere bevorzugen dagegen den Mulm im Inneren dieser Bäume. Dazu gehört beispielsweise der seltene Eremit, auch Juchtenkäfer genannt. Der Käfer selbst und vor allem seine bis zu 7,5 cm großen Larven, leben im weichen, feuchten und bereits von Pilzen zersetzten Mulm im Inneren von Obstbäumen, Kopfweiden aber auch von Linden und Pappeln. Weitere Mulmbewohner können Nashorn- oder Rosenkäfer sein.

Hauptverbreitungsgebiet Thüringen

Der Eremit ist schon eine kleine Sensation, denn der Käfer hat in Thüringen sein Hauptverbreitungsgebiet neben dem Altenburger Land auch im Gebiet zwischen Ronneburg, Gera, Bad Köstritz, Eisenberg und Jena. Er zählt zu den prioritären Arten der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH), wobei die Bundesrepublik für seinen Schutz eine besondere Verantwortung trägt.

Schutz der Eremiten

Die Naturforschende Gesellschaft Altenburg widmet sich in dem von der EU und dem Freistaat Thüringen geförderten ENL-Projekt „Eremitlebensräume zwischen Gera und Jena II“ dem Schutz des Eremiten und der Aufwertung seiner Lebensräume. Dazu zählt die Durchführung von Pflegeschnitten an alten Kopfweiden, Obstbäumen oder das Pflanzen sogenannter Zukunftsbäume. Auf der Suche nach Nachweisen dieses versteckt lebenden Käfers bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Wenn Sie den Eremiten in oder an einem alten Baum sehen oder Ihn dort vermuten, schicken Sie bitte Ihre Informationen, mit Foto an winter@nfga.de oder melden Sie dies unter 034491/587333 bzw. den Naturschutzbehörden.

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