21. Dezember 2021
Natur

Was Vögeln schmeckt

Nabu gibt Tipps zum Wintervögel füttern

Feldsperlinge genießen am Futterspender ein paar Körner. Foto: Arne von Brill

Die Winterfütterung der Piepmätze hat begonnen. Je kälter und vielleicht auch schneereicher es wird, umso geringer wird das Nahrungsangebot für die Vögel. Doch welches Futter schmeckt Blaumeisen und Co. überhaupt und welcher Futterspender ist am besten geeignet? Das sind die Fragen die sich alle Jahre Vogelfreundinnen und Vogelfreunde immer wieder stellen.

Was Vögeln schmeckt

Klaus Lieder ein Vogelexperte des NABU Thüringen weiß, was Vögeln schmeckt: „Harte Samen wie Sonnenblumenkerne und Hanf sowie Freiland-Futtermischungen eignen sich gut für Ammern, Finken und Sperlinge. Es gibt aber auch die Weichfutterfresser unter den Vögeln. Zu ihnen gehören zum Beispiel Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden und fressen tierische Kost oder nur sehr feine Sämereien. Möchte man ihnen den Tisch mit feinen Leckereien decken, bieten sich Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen sowie Meisenknödel und Obst als Nahrung an.“ Für die flexibleren unter den Weichfutterfressern, die sogenannten „Allesfresser“, hat der NABU-Vogelexperte noch einen Tipp: „Zu den „Allesfressern“ gehören unter anderen Meisen, Spechte und Kleiber. Diese Vögel stellen sich im Winter auf Körner um und nehmen auch Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn dankend an.“ Als gefährlich stufen Naturschützer Meisenknödel und ähnliche Produkte mit Plastiknetzten ein. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verfangen und schwer verletzen. Alternativ können Meisenknödel und Futterglocken auch selber aus wenigen Zutaten wie zum Beispiel Kokosfett und einer Futtermischung hergestellt werden. Keinesfalls sollte man aber salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Brot ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. „Wer es vielen Vogelarten recht machen möchte, der bietet neben Weichfutter und Körnermischungen auch Fettfutter an. Damit ist ein brauchbares Futter für fast alle Wintervögel vorhanden“, rät Klaus Lieder.

Was man bei Futterspender beachten sollte

Als Futterspender eigenen sich besonders gut „Futtersilos“. Das Futter ist in ihnen weitestgehend vor Nässe, Witterungseinflüssen und Verunreinigung wie Vogelkot geschützt. Entscheidet man sich für ein offenes Vogelhäuschen, ist es wichtig dieses regelmäßig mit heißem Wasser zu reinigen. Soll das Futter nicht zu schnell verderben, empfehle ich täglich nur kleine Mengen davon in die Futterstation zu streuen. Bei der Auswahl des Standortes gibt es auch noch einige Kleinigkeiten zu beachten. Die Futterstellen sollten so platziert sein, dass die Umgebung von den Vögeln gut überblickt werden kann, damit sie keiner Katze zum Opfer fallen. Des Weiteren muss der Futterspender einen Mindestabstand von etwa zwei Metern zur nächsten Glasscheibe haben oder die Fenster mit geeigneten Aufklebern oder Ähnlichem versehen werden.

Typischerweise füttert man Wildvögel im Winter von Anfang November bis Ende März. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen. Untersuchungen belegen, dass in Städten und Dörfern angebotene Vogelfütterungen während des Winters etwa 10 bis 15 Vogelarten nützen, unter anderem Drosseln, Finken, Rotkehlchen und Meisen. Die Vogelfütterung ist aber vor alle auch ein Naturerlebnis für die ganze Familie. Eine gute Gelegenheit, um aktiv Vögel am Futterhaus zu beobachten, bietet sich bei der „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 9. Januar 2022, wenn es wieder heißt: Vögel beobachten, zählen und dem NABU melden. Weitere Informationen zu dieser Aktion und zum Schutz unserer Vögel finden Interessierte unter: www.NABU-Thueringen.de

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