Eine Villa voller Kunst - meinanzeiger.de
30. Mai 2018
Nordhausen

Eine Villa voller Kunst

Serie: Mein Museum

Wechselnde Ausstellungen versprechen stets neue Entdeckungen im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg. Eine Empfehlung von Susanne Hinsching.

Was gibt‘s Musehenswertes?

Schon die Jugendstilvilla an sich ist ein Schmuckstück. 1907 erbaut und seit 1927 als städtisches Museum genutzt, wurde das Haus 2002 aufwendig restau­riert und umgestaltet. Seitdem widmet es sich ausschließlich der Kunst. Es beherbergt die etwa 5000 Werke umfassende städtische Kunstsammlung sowie die ­„Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung“ mit rund 800 Werken. Unmöglich, alles ständig zu ­zeigen. Deshalb werden aus dem Depot-­Schatz mehrmals im Jahr wechselnde Ausstellungen bestückt und durch Leihgaben bereichert. Dann entdeckt der Besucher im ganzen Haus wieder andere Gemälde, Grafiken, Skulp­turen. Neun ­Ausstellungsräume – allesamt in kräftigen Jugendstilfarben gestaltet – bilden den Rahmen dafür.

Woran führt kein Weg vorbei?

An der Künstlerin und Stifterin Ilsetraut Glock. Die gebürtige ­Nordhäuserin schenkte der Stadt 1998 neben eigenen Bildern auch eine große Sammlung druck­grafischer Arbeiten namhafter Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören vor allem Werke der klassischen Moderne – vertreten durch Max Ernst, Joan Miró, Pablo Picasso, Lyonel Feininger, Henry Matisse und Horst Janssen. Zudem vergibt die „Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung“ alle zwei Jahre den Nordhäuser Grafikpreis.

Ihr liebstes Stück?
Als großer Fan von Joan Miró fasziniert mich „La Danse de Feu“ – „Der Tanz des Feuers“. Eine fantastische Lithografie, in der man das Leben spürt. Ich bin glücklich, dass wir die Grafik aus dem Jahr 1963 in der Sammlung haben.

Museumsgrün:
An das Kunsthaus grenzt ein großer Park, der nach historischen Vorlagen angelegt ist. Ein stimmungsvoller Ort, an dem auch Veranstaltungen stattfinden – zum Beispiel Jazz- und Chorkonzerte oder das ­Märchenpicknick.

Lebendiges Museum:
Veranstaltungsreihen wie „Kammermusik im Kunsthaus“ und „Kunst und Kaffee“ sind sehr beliebt. Die Aktionen zu den Kultur- und Museumsnächten sowieso. Auch Lesungen und Vorträge beleben die Ausstellungen.

Sind auch Kinder ­museumsreif?
Neben altersspezifischen Führungen für ­Schüler bieten wir ein Baukasten­system an, in dem sich Klassen ­verschiedene Aktio­nen aussuchen können. Sie erfahren etwas zu Künstlern, Werken, Stil-Epochen und können sich danach selbst ausprobieren.

Das muss gesagt werden:
Zur Villa gehört ein Aussichts­turm, der jedem Ausstellungs­besucher offen steht. Das Treppensteigen lohnt: Der Blick von oben über ganz Nordhausen ist genial. Dem Himmel nah fühlen sich wohl auch die Brautpaare, die sich in unserem Trauzimmer das Ja-Wort geben.

Infos: Kunsthaus Meyenburg, Alexander-Puschkin-Straße 31, 99734 Nordhausen
Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 17 Uhr
Kontakt: Telefon: 0 36 31 - 88 10 91, E-Mail: kunsthaus@nordhausen.de
www.kunsthaus-­nordhausen.de

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