5. April 2022
Nordhausen

Gedenkveranstaltung im KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte

Am 12. April 1945 befreiten US-Soldaten das Außenlager des KZ Mittelbau

Eingang des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte Foto: Georges Phillips/K.-H. Schwerdtfeger

Am 12. April 1945 nahmen amerikanische Soldaten die Stadt Ellrich ein und befreiten mit Ellrich-Juliushütte das größte Außenlager des KZ Mittelbau. Aus diesem Anlass findet am Dienstag, dem 12. April, um 10 Uhr am Gedenkort Ellrich-Juliushütte eine Gedenkveranstaltung statt.

Der Bürgermeister der Stadt Ellrich, Henry Pasenow, der Bürgermeister der Gemeinde Walkenried, Lars Deiters, und der Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Thüringen, Denis Peisker, werden die Gäste begrüßen. Das Gelände des einstigen Außenlagers erstreckt sich auf das Gebiet beider Gemeinden, Eigentümerin eines großen Teils des Geländes auf der östlichen Seite ist die Stiftung Naturschutz Thüringen. Die Gedenkrede hält der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, PD Dr. Karsten Uhl.

Ellrich-Juliushütte war Außenlager für Buchenwald und Mittelbau

Das Außenlager Ellrich-Juliushütte bestand ab dem 2. Mai 1944. Es unterstand zunächst dem KZ Buchenwald und ab dem 1. November 1944 dem neu gegründeten KZ Mittelbau. Das Außenlager war mit durchschnittlich 8000 männlichen Häftlingen belegt. Die Häftlinge stammten aus fast allen europäischen Ländern, mehrheitlich aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich. Der Anteil der Juden sowie der Sinti und Roma war für die Mittelbau-Lager überdurchschnittlich hoch. Eingesetzt waren die Häftlinge beim Stollenausbau im Kohnstein und im Himmelsberg.

Vom 4. bis zum 6. April 1945 veranlasste die Lagerführung angesichts der vorrückenden amerikanischen Truppen die Räumung des Lagers. Die meisten Räumungstransporte endeten im KZ Bergen-Belsen, das am 15. April von britischen Soldaten befreit wurde. Nur wenige besonders schwache, zurückgelassene Häftlinge wurden im Außenlager Ellrich-Juliushütte selbst befreit.

Von den insgesamt 12000 Häftlingen, die das Lager durchliefen, kamen rund 4000 ums Leben, darunter viele Franzosen, Belgier, Polen und Häftlinge aus der Sowjetunion. Ellrich-Juliushütte ist deshalb für die Erinnerungskultur in diesen Ländern ein wichtiger Gedenkort.

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