21. Juli 2020
Nordhausen

Liebevolle, kalte Schnauze

Galgos sind liebevolle Hunde, die in Thüringen bisher selten zu sehen sind.

iko-Mon ist ein etwa zweijähriger Rüde, der auf der Suche nach einer liebevollen Familie ist. Foto: Maximilian Walter

„Für mich sind es die perfekten Familienhunde“, schwärmt Silvia Heger. „Sie bellen im Haus nicht, sind lieb zu Kindern und man kann prima mit ihnen Autofahren.“
Dennoch werden die spa­nischen Windhunde, Galgos genannt, in ihrer Heimat nicht so behandelt, wie sie es verdient haben. Silvia Heger aus Wieda im Südharz kümmert sich im Rahmen des Tierschutzvereins „Astrella’s Hunde-Hilfe“ um die Tiere. Der kleine bayerische Verein hat sechs Mitglieder und bringt die zur Tötung hinterlassenen Windhunde dank zweier Partnervereine in Spanien nach Deutschland, päppelt sie auf und vermittelt sie. Der Transport erfolgt in ­klimatisierten Transportern.

Spanische Galgos fristen ein trauriges Leben

In Spanien werden die Galgos bei der Jagd genutzt. Die Kurzsprinter erreichen ­Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometer in der Stunde und das auf einer Strecke von bis zu 800 Metern. Ursprünglich ­gezüchtet zur Hasen- und ­Kaninchenjagd verfügen sie über gute Augen, die besonders auf Bewegungen reagieren. Ihre großen, langen Beine und die schmale Taille sind ­dafür ideal. Die lange Schnauze lässt sie zusätzlich aerodynamisch erscheinen. Da die Tiere keine Unterwolle besitzen, mögen sie es gerne warm. Im Winter sind sie tatsächlich auf einen Mantel angewiesen. „Sie haben außerdem mehr ­rote Blutkörperchen und eine höhere Körpertemperatur als normale Hunde“, erklärt die Hundefreundin – ideal zum Kuscheln.
In ihrer Heimat werden die Tiere oft brutal misshandelt, wenn sie nicht mehr ­gebraucht werden. Sie seien an Drahtseilen aufgehangen, in Brunnen geworfen oder entstellt worden, erzählt Silvia Heger. Auch der etwa zweijährige ­Rüde Kiko-Mon, den die Tierfreundin aktuell betreut, ist Zeuge der menschlichen Grausamkeit geworden. Ihm wurde ein Teil der Rute abgeschnitten. Seit einiger Zeit kümmert sich Heger um ihn und die vierjährige Hündin ­Lety.

Hunde suchen liebevolles Zuhause

Kiko hat sich inzwischen gut eingelebt und wieder Vertrauen zum Menschen gefasst. Er tollt mit den anderen Hunden im Garten der Hegers herum, holt sich Streicheleinheiten ab und läuft friedlich an der Leine. Anders sieht es bei Lety aus. Die Hündin ist schüchtern und traut sich bisher kaum unter Menschen. Besonders gegenüber Männern ist sie misstrauisch. Dennoch, so hofft Silvia Heger, wird auch sie ein liebevolles Zuhause finden. Denn obwohl die Galgos eine durchaus imposante ­Erscheinung sind, sieht man sie selten in den Parks des Freistaates. „Vielleicht findet sich jemand, der Kiko oder Lety aufnimmt. Gut wäre, wenn schon ein Hund da ­wäre, an dem sie sich orientieren können“, so die Tierschützerin.

 

Interesse an Kiko-Mon oder Lety? Silvia Heger ist wie folgt zu erreichen:
Telefon: 01 52 / 53 13 10 53
E-Mail: silvia.zerche(at)email.de

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