Wichtige Sicherheitsaspekte für das Kinderhochbett - meinanzeiger.de
6. Juli 2019
Nordhausen

Wichtige Sicherheitsaspekte für das Kinderhochbett

Beim Kauf eines Kinderhochbetts oder Etagenbetts stellt sich die Frage, ob bzw. wann das Kind groß genug (alt genug) dafür ist. Sicherheitsexperten empfehlen ein Alter von 6 Jahren. Diese Empfehlung beruht auf der Tatsache, dass spielende und tobende Kleinkinder unter 6 Jahren die Gefahr des Herunterstürzens noch nicht einschätzen können. Sie stützt sich auch auf die Norm DIN EN 747-1 von 1993, die Sicherheitsanforderungen an Etagenbetten beschreibt und in der u.a. geregelt ist, dass in der Gebrauchsanweisung explizit auf die Gefahr des Herunterfallens von Kindern unter 6 Jahren hingewiesen werden muss.

Anforderungen an die Verarbeitung

Beim „Rütteltest“ muss das Bett stand- und kippsicher sein. Gegebenenfalls ist eine Fixierung an der Wand (Anker) vonnöten. Die Einzelelemente sollten stabil miteinander verbunden sein. Metallgestelle und Massivholzkonstruktionen sind grundsätzlich stabiler als Betten aus Spanplatten oder Kunststoff. Es kommt jedoch auf die Querschnitte der Hölzer bzw. deren Verarbeitung an. Oberflächen, Kanten, Schrauben etc. sollten glattgeschliffen und abgerundet sein. Im Zweifelsfall lieber etwas tiefer in die Tasche greifen und dafür ordentliche Qualität erhalten.

Sicherheit der Leiter

Achten Sie darauf, dass die Leiter fest mit dem Bett verbunden ist, bei günstigen Betten ist das nicht selbstverständlich. Die Leiter sollte möglichst aus Massivholz sein und nicht nachgeben. Bedenken Sie bei Kinderbetten, dass die Leiter auch das Gewicht der Eltern aushalten muss (wer wechselt die Bettwäsche? wer wischt in der oberen Etage Staub?…). Das Richtmaß für den Abstand der Stufen liegt zwischen 20 und 30 cm. Jedoch kann das für Kinder zu hoch sein. Bedenken Sie dies und lassen Sie Ihr Kind vorsichtig die Stufen ausprobieren. Die Stufenbreite sollte bei mindestens 30 cm und die Stufentiefe bei mindestens 9 cm liegen. Holme und Stufen müssen selbstverständlich tadellos verarbeitet und schadfrei sein (keine Risse o.ä.). Nach einiger Zeit kontrollieren! Zusätzliche Sicherheit bieten Handläufe und Rutschhemmer auf den Stufen. Die Verschraubung der Leiter sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert und ggf. nachgezogen werden. Achten Sie darauf, dass ein Nachtlicht installiert wird oder die Stufen der Leiter mit fluoriszierenden Streifen beklebt werden, damit das Ein- und Ausstieg in der Nacht gefahrlos vonstatten gehen kann.

Allgemeine Tipps für die Sicherheit

Wenn Kleinkinder im Haushalt leben oder zu Besuch sind, sollte ein Hoch- oder Etagenbett gegen Hochklettern gesichert werden – zum Beispiel, indem die Leiter tagsüber ganz abgenommen wird. Beim Bett-Kauf darauf achten, dass das Bett ein GS-Prüfzeichen trägt. Dieses Zeichen erhält es nur, wenn es die in der einschlägigen DIN-Norm festgelegten Sicherheitskriterien erfüllt. Hierzu zählt vor allem eine Brüstungshöhe: Die Norm schreibt eine Höhe von mindestens 30 cm vor, die vor nächtlichem Herunterstürzen bewahrt. Da aber das Hochbett häufig nicht nur Schlaf-, sondern auch Spiel- und Abenteuerplatz ist, ist zu einer Brüstung von mindestens 60 cm zu raten. Vorsicht ist auch bei der Anschaffung der Matratze geboten: Wählt man ein zu hohes Modell, ist die Brüstung unter Umständen nicht mehr hoch genug. Keine Federkernmatratzen auf dem Hochbett verwenden! Diese laden zum „Trampolinspringen“ förmlich ein.
Ein kleines Schlusswort: Unterschätzen Sie die Gefahr eines Sturzes aus einem Hochbett nicht. 50% aller Kinderunfälle kommen durch Stürze zustande, sehr viele davon durch Stürze aus dem Bett!

Quellen:

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