20. Januar 2022
Nordhausen

Wasserbüffelweide im Esperstedter Ried offiziell übergeben

Projektabschluss „Frosch- und Vogelweiden 3“ Teil „Esperstedter Ried“

Die Weide Esperstedt (Foto: Stephanie Krautz)

Im Esperstedter Ried weiden seit 2020 ganzjährig Wasserbüffel. Die Flächen, auf denen die robuste Haustierrasse grast, sind Teil des europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Die Einrichtung der Weideanlage war eine Teilaufgabe des Projektes „Frosch- und Vogelweiden 3“ des Nabu Thüringen. Die Fläche der Weide ist Eigentum des Landes Thüringen und wird durch die Stiftung Naturschutz Thüringen naturschutzfachlich betreut. „Das Gebiet wurde ursprünglich aufwendig durch eine Mahd von Schilf freigehalten. Mit schweren Landmaschinen war die Pflege auf den feuchten Böden in verschiedenen Bereichen allerdings nicht mehr möglich“, sagt Carlotta Schulz, die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Naturschutz Thüringen. „Das Schilf verdrängte die Salzpflanzen und Lebensräume für Bodenbrüter, so ist zum Beispiel der Kiebitz im Gebiet verschwunden. Anstatt der Mahd übernehmen jetzt vierbeinige Landschaftspfleger das Offenhalten des Riedes.“

Mit der heutigen Übergabe eines Beweidungs- und Handlungsleitfadens wird das Projekt abgeschlossen und offiziell an die Stiftung Naturschutz Thüringen übergeben. „Die ganzjährige, extensive Beweidung mit Wasserbüffeln ist besonders auf feuchten Standorten eine ökologisch, aber auch ökonomisch sinnvolle Nutzungsform, welche die Artenvielfalt fördert. “, berichtet Projektkoordinatorin Stephanie Krautz vom NABU Thüringen. Die studierte Landschaftsarchitektin betreut seit August 2017 das ENL-Projekt, welches von der Europäischen Union und vom Thüringer Umweltministerium geförderten wurde. „In diesem Jahr konnten wir beobachten, wie sich aufgrund der getroffenen Maßnahmen die Strukturvielfalt auf der Fläche erhöht und beispielsweise an den Randbereichen der Flutmulden Salzpflanzen wie Gemeiner Queller Salicornia europaea dominant auftraten.“

Die Stiftung Naturschutz Thüringen hat das Projekt des Nabu Thüringen zur Etablierung dieser nachhaltigen Nutzungsform mit den Wasserbüffeln im Esperstedter Ried von Beginn an begrüßt und unterstützt. Dazu sagt Carlotta Schulz: „Das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Esperstedter Ried – Salzstellen bei Artern“ und das Vogelschutzgebiet „Helme-Unstrut-Niederung“ sind Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Mit der Wasserbüffelweide leisten wir einen wichtigen Beitrag zu deren Erhalt.“ Die Wasserbüffel sollen beispielsweise dazu beitragen, die kleinen Standgewässer auf der Weide offenzuhalten und durch ihr Fressverhalten unterschiedlichste Vegetationsstrukturen zu schaffen.

Die Haltung der Wasserbüffel wird durch die Agrar GmbH Zum Himmelberg, ein Tochterbetrieb der agrar-gmbh Oldisleben, realisiert. Markus Hercher, der Geschäftsführer der Agrar GmbH, ist vom Projekt begeistert: „Es ist schön, zu sehen wie sich die Wasserbüffel in das Gesamtbild integrieren. Für uns ist es aber auch eine Gelegenheit eine Vermarktungslinie mit Fleisch aus artgerechter Haltung in der Region aufzubauen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz zu leisten.“

Das vom Freistaat Thüringen geförderte ENL-Projekt „Frosch- und Vogelweiden 3“ wird durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Das Vorhaben wird vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz unterstützt. Die Projektumsetzung im Projektgebiet „Esperstedter Ried“ erfolgte vom 1. August 2017 bis 30. April 2020. Einzelne Maßnahmen erfolgten nochmals in 2021.

Mit der Übergabe eines Beweidungs- und Handlungsleitfadens wurde das Projekt heute abgeschlossen. (Foto: Stephanie Krautz)

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