"Wir sind noch nicht durch" - meinanzeiger.de
13. Oktober 2020
Nordhausen

„Wir sind noch nicht durch“

Die Corona-Krise hat auch bei den Unternehmen in Nordthüringen Spuren hinterlassen, deren Auswirkungen man wohl erst in der Zukunft sehen wird

Der Vorstand des Nordthüringer Unternehmerverbands: Hans-Dieter Otto, Geschäftsführer der Otto Spedition GmbH, Hans Joachim Junker, Ehrenvorsitzender des NUV, Niels Neu, Vorstandvorsitzender, Carina Schmidt-Pförtner, Vorstand, André Materlik, Vorstand, Dr. Dirk Vetter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Marcel Kübler, Vorstand. Foto: Nordthüringer Unternehmerverband

Gemeinsam ist man stärker. Das zeigt sich oft in Krisen und hat sich auch in den letzten Monaten bewahrheitet, als die Corona-Maßnahmen viele Unternehmen in Nordthüringen vor bisher unbekannte Probleme stellten. „Dank unseres Netzwerkes konnten die Unternehmen sich aber schnell gut gegenseitig helfen“, erinnert sich Niels Neu, Vorstandsvorsitzender des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV). Kurze Wege ermöglichten zum Beispiel, dass Mitglieder-Unternehmen ­zügig Mund-Nasen-Masken zur Verfügung gestellt werden konnten. „Und die Nordbrand Nordhausen GmbH lieferte Desinfektionsmittel“, so Neu weiter. „So hat sich die Vielschichtigkeit an Unternehmen im Netzwerk gezeigt und bezahlt gemacht.“

Mitgliederversammlung in Bleicherode

Auch sonst geht es dem Verband in seinem 16. Jahr des Bestehens gut. Die fast 200 Mitglieder kommen inzwischen nicht mehr bloß aus Nordhausen oder den angrenzenden Landkreisen. Auch im Erfurter Becken ansässige Unternehmen und Firmen in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stehen auf der Mitgliederliste. Am 12. Oktober fand die Wahl des Vorstandes statt, abgehalten in der „Alten Kaue“ in Bleicherode. Die DEUSA International GmbH stellte die großzügigen Räumlichkeiten zur Verfügung.

NUV will sich umbennen

„Außerdem steht eine Namensänderung im Raum, um zu zeigen, dass das Netzwerk auch Mitglieder außerhalb Thüringens involviert. Die Mitglieder können Namensvorschläge einreichen“, erzählt Neu. Es wäre aufgrund des ­guten Wachstums des parteiunabhängigen Netzwerkes ­bereits die zweite Namensänderung.

Corona wird die Wirtschaft zukünftig beschäftigen

Dennoch ist nicht alles gut, das weiß man auch beim NUV. Gerade kleine Unternehmen, die weniger im Vordergrund standen, litten unter der Krise. „Physiotherapien, deren größter Kundenstamm in Alten- und Pflegeheimen war, durften plötzlich nicht mehr zu ihren Kunden“, erinnert sich Neu. Und auch wenn die Baubranche unmittelbar bisher weniger stark betroffen war, so könnten zukünftige Investitionen in Steine im kommenden Jahr bereits wegfallen. Dann würde auch diese Branche von Corona getroffen werden – mit Zeitverzug.

„Ich glaube, wir sind mit Corona noch nicht durch“, so Neu. Und steigende Fallzahlen in Deutschland zeigen dies auch. Darum appelliert er an die Unternehmen, die Schutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten und diszipliniert zu bleiben. Denn „eine zweites Herunterfahren der Wirtschaft wie im Frühjahr werden wir nicht auffangen können.“

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