Historische Waren mit Schauwert zum "Industriecafé" - meinanzeiger.de
13. Juli 2018
Pößneck

Historische Waren mit Schauwert zum „Industriecafé“

Ausstellung "Erlebnis Industriekultur"

Am 18. Juli führt Dr. Jens Riederer, Leiter des Weimarer Stadtarchivs, um 15 Uhr in der Pößnecker Shedhalle in die Hintergründe und Folgen der zweiten Allgemeinen Thüringischen Gewerbeausstellung 1861 ein.

Im Rahmen des Industriecafés zur Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur“ vermittelt der Vortrag anhand umfangreichen Bildmaterials einen Eindruck der damaligen Produktivität. Produkte und Aussteller aus Pößneck finden in dem Vortrag besondere Beachtung. Einige der damals ausgestellten Gegenstände sind in der Ausstellung „Erlebnis Industriekultur“ zu sehen. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Über tausend Aussteller präsentierten sich 1861 auf der zweiten (und letzten) Allgemeinen Thüringischen Gewerbeausstellung in Weimar. Mit rund 13.000 Ausstellungsstücken gab das hiesige Handwerk und Gewerbe ein repräsentatives Abbild seines Schaffens für eine große interessierte Öffentlichkeit. Vom Sandsack bis zur Spinnmaschine, vom Kaschmirtuch bis zum Kavalleriesäbel, vom Pomeranzenlikör bis zum Porzellanservice war nahezu alles für den täglichen Bedarf vertreten. Noch heute stellt diese Ausstellung ein wichtiges Zeugnis der Produktvielfalt Thüringens zu Beginn der Industrialisierung dar.

Die zweite thüringenweite Gewerbeausstellung war von besonderer Bedeutung, weil sie unmittelbar vor Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit stattfand. Aussteller aus allen acht thüringischen Kleinstaaten sowie den preußischen Regierungsbezirken Erfurt und Merseburg waren vertreten. Die Organisatoren legten größten Wert darauf, nach dem Prinzip der „Selbsthilfe“ zu handeln, was eine möglichst große Unabhängigkeit von staatlicher Einflussnahme und Aufsicht bedeutete. Mit dieser Selbstorganisation signalisierten Thüringens Wirtschaftsführer den Landesbehörden ihre Bereitschaft, den einzelstaatlichen Protektionismus endgültig hinter sich zu lassen, um Thüringen künftig jenseits seiner politischen Zersplitterung als einen Wirtschaftsraum auch unter den Bedingungen der bevorstehenden vollen Gewerbefreiheit zu gestalten.

Der Historiker und Germanist Dr. Jens Riederer ist seit seit 2001 Leiter des Stadtarchivs Weimar. Seit 2006 ist er zudem Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare.

Ort
Shedhalle Pößneck
Carl-Gustav-Vogel-Straße 3
07381 Pößneck

Hintergrund
Das „Industriecafé“ ist eine Nachmittagsveranstaltung im vierzehntägigen Rhythmus. Fachkundige Personen stellen in zwangloser Atmosphäre Themen aus der Ausstellung vor und bringen sie in Zusammenhang mit der Industriekultur Thüringens. Die Gäste sind herzlich zum Mitdiskutieren eingeladen.

Der Eintritt zum Industriecafé ist kostenfrei.

Weitere Termine:
1. August | 15:00 Uhr
„Die Straße der Thüringer Industriekultur.“ Vortrag von Tamara Hawich

15. August | 15:00 Uhr
„Das Haus Horn und das Tuchmacherhandwerk in Pößneck bis zur Gewerbefreiheit 1862.“ Vortrag und Gespräch mit Karl Ernst

29. August | 15:00 Uhr
„Die Geschichte der Saalfelder Schokoladenfabrik Mauxion.“ Vortrag von Claudia Streitberger


Aktuelle Informationen zum Veranstaltungsprogramm auch unter:
www.industriekultur-thueringen.de/programm


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 18. Juni führt Dr. Jens Riederer, Leiter des Weimarer Stadtarchivs, um 15:00 Uhr in der Pößnecker Shedhalle in die Hintergründe und Folgen der zweiten Allgemeinen Thüringischen Gewerbeausstellung ein. Im Rahmen des Industriecafés zur Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur“ ?vermittelt der Vortrag anhand umfangreichen Bildmaterials einen Eindruck der damaligen Produktivität. Produkte und Aussteller aus Pößneck finden in dem Vortrag besondere Beachtung. Einige der 1861 ausgestellten Gegenstände sind in der Ausstellung „Erlebnis Industriekultur“ zu sehen. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Über tausend Aussteller präsentierten sich 1861 auf der zweiten (und letzten) Allgemeinen Thüringischen Gewerbeausstellung in Weimar. Mit rund 13.000 Ausstellungsstücken gab das hiesige Handwerk und Gewerbe ein repräsentatives Abbild seines Schaffens für eine große interessierte Öffentlichkeit. Vom Sandsack bis zur Spinnmaschine, vom Kaschmirtuch bis zum Kavalleriesäbel, vom Pomeranzenlikör bis zum Porzellanservice war nahezu alles für den täglichen Bedarf vertreten. Noch heute stellt diese Ausstellung ein wichtiges Zeugnis der Produktvielfalt Thüringens zu Beginn der Industrialisierung dar.

Die zweite thüringenweite Gewerbeausstellung war von besonderer Bedeutung, weil sie unmittelbar vor Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit stattfand. Aussteller aus allen acht thüringischen Kleinstaaten sowie den preußischen Regierungsbezirken Erfurt und Merseburg waren vertreten. Die Organisatoren legten größten Wert darauf, nach dem Prinzip der „Selbsthilfe“ zu handeln, was eine möglichst große Unabhängigkeit von staatlicher Einflussnahme und Aufsicht bedeutete. Mit dieser Selbstorganisation signalisierten Thüringens Wirtschaftsführer den Landesbehörden ihre Bereitschaft, den einzelstaatlichen Protektionismus endgültig hinter sich zu lassen, um Thüringen künftig jenseits seiner politischen Zersplitterung als einen Wirtschaftsraum auch unter den Bedingungen der bevorstehenden vollen Gewerbefreiheit zu gestalten.

Der Historiker und Germanist Dr. Jens Riederer ist seit seit 2001 Leiter des Stadtarchivs Weimar. Seit 2006 ist er zudem Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA).


Ort
Shedhalle Pößneck
Carl-Gustav-Vogel-Straße 3
07381 Pößneck

Das „Industriecafé“ ist eine Nachmittagsveranstaltung im vierzehntägigen Rhythmus. Fachkundige Personen stellen in zwangloser Atmosphäre Themen aus der Ausstellung vor und bringen sie in Zusammenhang mit der Industriekultur Thüringens. Die Gäste sind herzlich zum Mitdiskutieren eingeladen.

Der Eintritt zum Industriecafé ist kostenfrei.

Weitere Termine:
1. August | 15:00 Uhr
„Die Straße der Thüringer Industriekultur.“ Vortrag von Tamara Hawich

15. August | 15:00 Uhr
„Das Haus Horn und das Tuchmacherhandwerk in Pößneck bis zur Gewerbefreiheit 1862.“ Vortrag und Gespräch mit Karl Ernst

29. August | 15:00 Uhr
„Die Geschichte der Saalfelder Schokoladenfabrik Mauxion.“ Vortrag von Claudia Streitberger

Aktuelle Informationen zum Veranstaltungsprogramm auch unter:
www.industriekultur-thueringen.de/programm

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