Thüringer Handwerkskammern fordern schnelle unbürokratische Soforthilfe - meinanzeiger.de
19. März 2020
Politik

Thüringer Handwerkskammern fordern schnelle unbürokratische Soforthilfe

Die drei Präsidenten von links: Klaus Nützel, HWK für Ostthüringen, Manfred Scharfenberger, HWK Südthüringen und Stefan Lobenstein, HWK Erfurt. Foto: HWK Südthüringen

Gemeinsame Erklärung der
Thüringer Handwerkskammern

Die Präsidenten der drei Thüringer Handwerkskammern Manfred Scharfenberger, HWK Südthüringen; Stefan Lobenstein, HWK Erfurt und Klaus Nützel, HWK für Ostthüringen erklären:

„Die Corona-Krise stellt auch in Thüringen alle Beteiligten vor immense Herausforderungen.
Das Bemühen der Landesregierung, die sich stetig ändernde Lage zu bewerten und Lösungen zu schaffen, ist durchaus erkennbar.“

So steht es in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer Südthüringen.

 

Existenzen stehen auf dem Spiel

Es wird aber auch ganz deutlich, dass viele Entscheidungen getroffen werden, deren Folgen nicht bedacht sind, heißt es in dem Text weiter.
„Wir brauchen jetzt schnellstmöglich in Thüringen klare Signale für die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, insbesondere im Handwerk.
Die Verunsicherung ist immens.
Viele Existenzen von Betriebsinhabern, ihren Mitarbeitern und deren Familien stehen auf dem Spiel.“

 

Nothilfe jetzt!

„Deshalb“, betonen die drei Präsidenten der Thüringer Handwerkskammern gemeinsam, „fordern wir schnelle und unbürokratische Nothilfe für die Unternehmen – jetzt.“

 

Kein Zeitverzug – und konkrete Forderungen

„Es muss ohne Zeitverzug ein Soforthilfeprogramm für diese Unternehmen aufgelegt werden“, heißt es in dem Schreiben weiter. „Deshalb schlagen wir eine nach Erwerbstätigenzahl gestaffelte Soforthilfe in folgender Höhe vor:

  • bis zu 5 Erwerbstätige 5.000 Euro
  • bis zu 10 Erwerbstätige 7.500 Euro
  • bis zu 50 Erwerbstätige 15.000 Euro
  • bis zu 250 Erwerbstätige 30.000 Euro.“

 

Auszahlungen als Entschädigung

Diese Soforthilfe sollen dann, so die Forderung, binnen einer Woche nach Antragsstellung ausgezahlt und als Entschädigung angesehen werden.

Der Freistaat Bayern hat bereits solch ein Soforthilfeprogramm aufgelegt, an dem sich der Freistaat Thüringen orientieren könnte.

 

Sicherheit und Vertrauen schaffen

„Wir brauchen in diesen schwierigen Zeiten in den Unternehmen Sicherheit“, betonen die drei Kammerpräsidenten.

„Hier ist die Landesregierung gefordert, das notwendige Vertrauen mit schnellen und klar durchstrukturierten Maßnahmen zu schaffen.“

Dabei sei es wichtig, auch klare Aussagen zur zeitlichen Dauer dieser Maßnahmen zu geben und die Betroffenen frühzeitig und umfassend zu informieren.

 

Sonst droht eine Flut an Insolvenzen

„Gelingt uns das nicht, droht eine Flut von Geschäftsaufgaben und Insolvenzen der Unternehmen“, wird in dem Schreiben eindringlich gewarnt und argumentiert:
„Doch braucht es diese Unternehmen für eine funktionale Volkswirtschaft jetzt und nach der Krise. Daher sind sie mit allen Mitteln und Instrumenten am Markt zu halten.“

 

Weitere Maßnahmen

Dazu gehörten aber auch weitere flankierende Schritte, wie beispielsweise die sofortige Beendigung der vorfristigen Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und vieles mehr.

 

Handwerk muss Vertrauen können

„Wir“, heißt es abschließend, „brauchen jetzt eine Situation, in der das Handwerk und die mittelständische Wirtschaft als tragende Säulen unserer Gesellschaft Vertrauen in die getroffenen Maßnahmen haben, die Unternehmensexistenz wahren und auch für die Zeit nach dieser Krise Zuversicht gewinnen können.“

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