Ayran: der erfrischende Joghurtdrink - mit Rezept - meinanzeiger.de
8. August 2020
Ratgeber

Ayran: der erfrischende Joghurtdrink – mit Rezept

Zutaten für den Joghurtdrink: Joghurt, Wasser, Salz sowie Früchte und Kräuter zum Verfeinern. Foto: ©Isabel Becker/Informationsstelle für Kariesprophylaxe

Ein erfrischender Joghurtdrink für starke Zähne

Kürzlich stellte die Informationsstelle für Kariesprophylaxe einen leckeren, zahngesunden Durstlöscher vor:
Ayran!

Das leicht säuerliche Joghurtgetränk verschafft bei sommerlichen Temperaturen eine wohltuende Abkühlung und greift dabei die Zähne nicht an.

Zuhause lässt er sich ganz einfach in nur fünf Minuten selbst zubereiten.

 

Die Herkunft des Ayran

Ayran stammt ursprünglich aus Vorderasien, wahrscheinlich aus dem Kaukasus und der Türkei.

In Armenien und Russland ist das Joghurtgetränk unter dem Namen „Tan“ bekannt, in Afghanistan und im Iran nennt er sich „Dugh“ und auch in anderen Teilen Asiens wird er seit jeher getrunken.

Dort ist vor allem der in Indien und Pakistan beliebte Lassi bekannt, von dem sich auch süße Varianten, beispielsweise mit Mango, großer Beliebtheit erfreuen.

 

Die Zusammensetzung

Traditionell besteht Ayran aus drei Hauptzutaten: Joghurt, Wasser und Salz.

Je nach Region wird der verwendete Joghurt aus Kuh-, Ziegen- oder Schafmilch zubereitet, und das Getränk mit Gurkensaft, Gewürzen oder Kräutern verfeinert, zum Beispiel mit Minze, Dill, Pfeffer oder Basilikum.

Ayran passt zu deftigen Speisen und kann die Schärfe von Gerichten abmildern.

 

Ideal auch nach dem Sport

Darüber hinaus ist Ayran sehr gesund.
Der Joghurt enthält viele für den Körper wichtige Mineralien wie Natrium, Kalium, Magnesium und Phosphor.

Nach dem Sport ist Ayran deshalb ideal, um den Mineralstoffhaushalt wieder auszugleichen und zu einer schnellen Regeneration beizutragen.

 

Ayran: Im Sommer richtig erfrischend. Foto: ©Isabel Becker/Informationsstelle für Kariesprophylaxe

 

Zähne werden ständig angegriffen

Zahnschmelz besteht überwiegend aus der Kalzium-Phosphatverbindung Hydroxylapatit und weiteren Mineralien wie Magnesium und Natrium.
Diese extrem harte Hülle schützt das Zahnbein (Dentin).

Das Problem:
Der Zahnschmelz wird ständig von Säuren attackiert, die ihn aufweichen und zerstören (Erosion).

„Ähnlich wie bei Süßigkeiten wirkt sich vor allem der über den Tag verteilte Konsum stark säurehaltiger Getränke negativ auf die Zahngesundheit aus“, warnt Professorin Nadine Schlüter.
Sie ist Beirätin der Informationsstelle für Kariesprophylaxe und Leiterin des Bereichs Kariesforschung am Universitätsklinikum Freiburg.

 

Zitronensäure ist besonders aggressiv

„Zitronensäure, die vielen Erfrischungsgetränken wie Eistees und Limonaden zugefügt wird, ist dabei besonders aggressiv.
Einige Mineralien können die Säureattacke zumindest abmildern.
So enthalten zum Beispiel manche Fruchtsäfte Kalzium, was die Erosivität stark verringert“, erklärt die Expertin.

„Wenn Säfte gesättigt sind mit Kalzium, dann bewirken sie am Zahn im Prinzip gar keine Erosionen mehr.
Am besten sind aber natürlich immer noch Wasser und ungesüßte Kräutertees.“

 

Kalzium: Wichtig für Knochen, Muskeln und Nervensystem

Kalzium kann jedoch nicht nur die Wirkung von Säuren auf den Zahnschmelz abmildern.

Der Mineralstoff ist auch wichtig für Knochen, Muskeln und Nervensystem.
Für eine ausreichende Kalziumzufuhr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 1.000 Milligramm pro Tag für Erwachsene.

 

Wirksamer Widerstand gegen Säuren: Fluoride

Fluorid kann im Körper in die Knochensubstanz, den Zahnschmelz und das Dentin eingebaut werden.
Des Weiteren können Fluoride den Stoffwechsel der Bakterien im Zahnbelag zu einem gewissen Maß hemmen.

Damit wird die Produktion von Säuren, die den Zahn angreifen, reduziert.

 

Fluoride reparieren

„Sie reparieren zudem beginnende Karies, indem sie selbst in die Zahnhartsubstanz eingebaut werden und dabei helfen, Kalzium wieder in die Zähne einzulagern“, erläutert Professorin Schlüter.

Gleichzeitig reduzieren sie ein Herauslösen des Mineralstoffs aus dem Zahnschmelz.
So wirken sie einer Entkalkung entgegen und machen den Zahnschmelz widerstandsfähig gegen Säuren.

Hier sind Fluoride drin

Fluoride finden sich natürlicherweise in Nahrungsmitteln wie Wasser, Tee oder Fisch und sind darüber hinaus in Zahnpasta, Mundspüllösungen, Fluoridgelees sowie -lacken enthalten.

„Eine besonders günstige und effektive zusätzliche Möglichkeit zur Kariesprophylaxe stellt die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt dar.
Die Fluoride im Salz wirken vor dem Verschlucken direkt lokal an den Zähnen“, so Professorin Schlüter.

Und die kariesvorbeugende Wirkung hält noch an:
„Bis zu einer halben Stunde nach dem Verzehr bleibt die Fluoridkonzentration im Speichel erhöht.“

 

 

Das Rezept

Ayran selbst herstellen – so geht‘s

 

Zutaten für 4 Portionen

  • 600 g Joghurt, z. B. türkischer (Fettanteil nach Belieben)
  • ca. 1 TL fluoridiertes Jodsalz
  • ca. 1 l kaltes Wasser (mit oder ohne Sprudel)
  • nach Geschmack ein kleiner Spritzer Zitronensaft, etwas Minze oder Zitronenmelisse

 

Die Zubereitung

  • Am besten lässt sich Ayran im Mixer herstellen, so erhält er seine schaumige Konsistenz.
  • Dabei gilt: Je höher der Fettgehalt des Joghurts, desto dicker und cremiger der Drink.
  • Einfach den Joghurt abwiegen und schrittweise Wasser hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  • Wer es spritzig mag, nimmt Sprudelwasser.
  • Ein knapper Teelöffel Salz gibt dem Ayran seinen unverwechselbar frischen Geschmack – für die Gesundheit von Zähnen und Schilddrüse sollte immer fluoridiertes Jodsalz verwendet werden.
  • Mit einem Zweig Minze und einer Zitronenscheibe am Glas ist Ayran zudem ein toller Hingucker auf jedem Grillbuffet. Aber Achtung: Zitronensaft an sich kann zu Zahnerosionen führen. Auch wenn das Kalzium im Ayran die Wirkung der Zitronensäure deutlich reduziert, sollten nicht zu große Mengen zugefügt werden.

Sehr zum Wohl – und eine angenehme Erfrischung!

 

Quelle: Informationsstelle für Kariesprophylaxe

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