Die Obstportion im Glas - meinanzeiger.de
18. September 2019
Ratgeber

Die Obstportion im Glas

Smoothies sind gesund und bereichern den Alltag auch geschmacklich

Sommerzeit ist für viele Menschen Obstzeit, und auch wenn der Herbst kommt, die Tage kürzer werden und die ersten Erkältungen die runde machen, sehnen sich immer mehr Thüringer nach buntgemixten Smoothies. Ob exotisch oder regional, aus dem Supermarkt oder dem eigenen heimischen Garten – die Auswahl ist groß.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfiehlt täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst zu verzehren. Diese Menge wird jedoch von vielen Menschen nicht erreicht. Dabei hat ein hoher Konsum vom Gemüse und Obst viele gesundheitliche Vorteile, wie eine Reduzierung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Risikosenkung an bestimmten Krebsarten zu erkranken.

Ein hoher Vitamin- und Mineralgehalt bei gleichzeitig niedrigem Energieeintrag macht Obst zu einem gesundheitsförderlichen Bestandteil unserer Ernährung. Hinzu kommen weitere positive Inhaltsstoffe, wie sekundäre Pflanzenstoffe sowie Ballaststoffe.

Die einfache Umsetzung gesundheitlicher Ziele

Der in den letzten Jahren aufgekommene Trend der Smoothies kann Menschen, für die ein regelmäßiger Gemüse- und Obstverzehr im Alltag schwer umzusetzen ist, eine einfache Umsetzungsoption bieten. Viele Berufstätige greifen immer häufiger zu den fertig pürierten Obstmahlzeiten, aber auch für ältere Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden kann diese Art der Aufnahme eine Alternative darstellen. Jedoch sollte stets beachtet werden, dass der Kaugenuss und die einsetzende Sättigung bei Smoothies im Vergleich zum Verzehr von Stückobst herabgesetzt ist.

Die Zusammensetzung der im Handel erhältlichen Smoothies kann mitunter recht verschieden sein. Als Basis können Obst und teilweise Gemüse pur oder in Form von Saft, Konzentrat, Püree oder Mark, mit oder ohne Fruchtstückchen dienen. Zuckerzusätze, Konzentrate und hohe Saftanteile (≥ 50 %) sollten aufgrund der hohen Energiedichte vermieden werden. Zudem lautet bei Obst die Devise nicht „viel hilft viel“. Denn Obst enthält, genau wie Honig, viele Softdrinks und einige Süßigkeiten, Fructose.


Bei den Smoothies lautet das Motto: „selbst gemacht ist immer am besten“, denn man erkennt die Frische der eignen eingesetzten Obst- und Gemüsesorten und kann sich sicher sein, dass keine
zuckergesüßten, wärmebehandelten Früchte verwendet wurden.

Fructose, auch Fruchtzucker genannt, ist ein Einfach-Zucker und dient dem Körper zur Kohlenhydratversorgung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zuckerarten wird Fructose hauptsächlich über die Leber verstoffwechselt. Wird eine erhöhte Menge dieses Zuckers aufgenommen, kann dies die Leber zu stark belasten. Die Fettproduktion wird im Organ angeregt und kann bei hohem Fructosekonsum zur nicht-alkoholischen Fettleber führen. Es kann bei erhöhter Aufnahme aber auch zu gastrointestinalen Beschwerden, wie Gasbildung und Durchfall kommen, wenn in kurzer Zeit mehr davon aufgenommen wurde, als vom Körper benötigt und verarbeitet werden kann. In den letzten Jahrzehnten ist die Fruktoseaufnahme gestiegen, bedingt durch ein verändertes Angebot von Lebensmitteln und Verzehrsgewohnheiten.

Beide Beschwerdearten kommen jedoch nur bei überhöhter Fructoseaufnahme vor. Deshalb sollte aufgrund potenzieller Beschwerden nicht auf eine ausreichende Obstzufuhr verzichtet werden. Obst, genauso wie Gemüse und Vollkorn, sollte ein täglicher Bestandteil einer ausgewogenen, gesundheitsförderlichen Ernährung darstellen.

Empfehlungen zu Obst und Smoothies:

  • Pure Säfte und Smoothies eignen sich aufgrund ihres Energiegehaltes nicht zum Durstlöschen. Nutzen Sie hierzu lieber Wasser und ungesüßten Früchte- oder Kräutertee.
  • Verzehren Sie Obst nach Möglichkeit im Ganzen. Smoothies und Säfte sollten nur in Ausnahmefällen als Obstportion genutzt werden. Achten Sie hierbei auf Vielfalt bei der Sortenwahl (um verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aufzunehmen). Egal ob im Ganzen oder als Getränk sollten zwei Obstportionen täglich nicht überschritten werden.
  • Aufgrund des höheren Ballaststoffgehaltes sollten Smoothies Säften vorgezogen werden.
  • Stellen Sie Ihre Smoothies selbst her. So können Sie sicherstellen, dass kein zusätzlicher Zucker oder Zusatzstoffe, dafür aber regionale und saisonale Obstsorten, enthalten sind. Mixen Sie Ihre Smoothies nicht nur mit Obst, sondern geben Sie einen Anteil Gemüse mit hinzu. Hierfür eignen sich u.a. Möhren, Avocado oder Mangold. So sparen Sie auch unnötigen Abfall durch Plastikflaschen.



Ein kleines Obstquiz


1. Wie viele Portionen Obst sollten täglich verzehrt werden?
a) 1
b) 2
c) 3

2. Welche dieser Obstsorten enthält am wenigsten Fruchtzucker?
a) Nektarine
b) Weintrauben
c) Sauerkirschen

3. Welche dieser Obstsorten wächst in der Region Thüringen?
a) Honigmelone
b) Stachelbeeren
c) Zitrone

4. Welcher ist der beliebteste Saft der Deutschen?
a) Orangensaft
b) Multivitaminsaft
c) Apfelsaft

5. Was bedeutet das englische Wort „Smoothie“ übersetzt?
a) Glatt, geschmeidig
b) Fruchtig
c) Püree

Lösung:
1) b; 2) a; 3) b; 4) c; 5) a

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

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