Gedenken mit einem Klick - meinanzeiger.de
20. November 2020
Ratgeber

Gedenken mit einem Klick

Die meisten von uns verbringen jeden Tag viele Stunden im Internet. Warum soll man also nicht auch dort trauern? Inzwischen gibt es viele seriöse Gedenkseiten, die - wenigstens zum Teil - durchaus eine Möglichkeit bieten, seine Trauer zu bewältigen. Foto: pixabay.com

Gedenkseiten im Internet können hilfreich sein.

„Gedenkseiten mit einem Profil des verstorbenen Menschen, auf die Bilder, Videos und Texte der Verstorbenen beziehungsweise über sie hochgeladen werden können, korrespondieren mit der Lebenswirklichkeit vor allem jüngerer Menschen, die sich ganz selbstverständlich im Internet bewegen.
Warum sollten sie also nicht auch dort einen Ort haben, an dem sie trauern können“, sagt Dr. Simon J. Walter Kulturbeauftragter der Stiftung Deutsche Bestattungskultur.

Ein seriöser Anbieter und die Kontrolle über die Seite sind wichtig

Wichtig sei es, dass man sich einen seriösen Anbieter aussucht, und dass die Angehörigen unbedingt selbst bestimmen können, was wie auf der Seite gezeigt wird und dass auch Kommentare geprüft werden.
„Wenn das alles der Fall ist, dann können solche Gedenkseiten eine Hilfe bei der Trauerbewältigung sein“, meint Dr. Walter.

Bei der Simulation Verstorbener stellen sich viele Fragen

Die Frage der Sinnhaftigkeit stellt sich für ihn eher bei Programmen, die Verstorbene simulieren:
„Ich persönlich hätte, glaube ich, ein komisches Gefühl, wenn ich mit einem Verstorbenen sozusagen chatten würde, was heute technisch bereits umsetzbar ist.
Man muss in Ruhe schauen, wie die Entwicklungen in diesem Bereich in den nächsten Jahren sind.
Wenn es dafür eine Nachfrage gibt, dann kommen bestimmt auch entsprechende Angebote.
Ich frage mich nur:
Ist das für meine Trauerarbeit hilfreich, meine Gefühle oder Gedanken mit einem Computer zu teilen – oder auf ein Programm zu projizieren?“

Trauerbegleiter oder Trauer-Café sind vorzuziehen

Er ziehe es im Zweifelsfall immer noch vor, mit „richtigen“ Menschen zu sprechen. Am besten natürlich im Familien- und Freundeskreis – ansonsten mit einem Trauerbegleiter oder z. B. auch in einem Trauer-Café.
Daniel Dreckmann
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