Tot – und dann? - meinanzeiger.de
20. November 2020
Ratgeber

Tot – und dann?

Es gibt viele Formen der Beisetzung. Doch die meisten Menschen bei uns in der Region entscheiden sich immer noch für eine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof. Foto: Daniel Dreckmann

Bestattungsarten und ihre Vor- und Nachteile

„Wenn wir in Deutschland über verschiedene Bestattungsarten reden, dann kommt es schnell zu einer Begriffsverwirrung.
Denn wenn es nach der strikten Definition geht, dann gibt es nur zwei Bestattungsarten:
die Erdbestattung und die Feuerbestattung.
Letztere eröffnet dann vielfältige Formen der Beisetzung, zum Beispiel unter einem Baum oder auf hoher See um nur zwei zu nennen“, erläutert Dr. Simon J. Walter, Kulturbeauftragter der Stiftung Deutsche Bestattungskultur.

Bestatter beraten gern völlig unverbindlich
zu den verschiedenen Beisetzungsformen

In einem Beratungsgespräch erläutern Bestatter in der Region gern die vielfältigen Möglichkeiten der letzten Ruhe, die sie anbieten.
„Wir beobachten immer wieder, dass exotische Bestattungswünsche eine besonders große mediale Aufmerksamkeit erfahren.
Auch wenn sich die allermeisten Menschen letztlich für eher traditionelle Beisetzungen entscheiden“, sagt Dr. Simon Walter.

Das Thema möglichst offen in der Familie besprechen

Er empfiehlt dringend:
„Versuchen Sie das Thema einer künftigen Beisetzung im Familienkreis offen zu besprechen.
Es ist wichtig, sich darüber auszutauschen, was als stimmig und würdig – und von den Angehörigen als tröstlich empfunden wird.“

Ein fester Ort zum Trauern und Gedenken

So verpflichte eine traditionelle Grabstätte auf dem Friedhof zwar oft zur Pflege über Jahre hinweg.
Aber sie biete auch einen Ort, den Angehörige und Freunde immer wieder in all diesen Jahren aufsuchen können.
Hier können Sie des Verstorbenen zu gedenken und in Zwiesprache mit ihm treten.

Romantischere Varianten mit möglichen Nachteilen

„Eine Seebestattung, bei der die Urne auf dem Meer ins Wasser gelassen wird, ist vielleicht zunächst romantisch – aber dann fehlt den Angehörigen eventuell nach einiger Zeit ein fester Ort, den sie leicht erreichen und an dem sie trauern können“, gibt der Kulturbeauftragte der Stiftung Deutsche Bestattungskultur zu bedenken.

Ähnliche Probleme sieht er bei einer Baumbestattung in einem Bestattungswald.
„Natürlich erscheint das zunächst sehr idyllisch, aber man muss sich auch überlegen, was passiert, wenn die Angehörigen älter sind und vielleicht nicht mehr mit dem Rollator bis an den Baum des Verstorbenen kommen“, sagt Dr. Simon Walter.

Auf den Friedhöfen verändert sich derzeit einiges

Gleichzeitig weiß er nur zu gut um das Image-Problem, das viele Friedhöfe haben, dass die Bestattung dort von einigen Menschen als Zwang empfunden wird und dass einige Friedhöfe vereinzelt uniform und trist wirken.

Doch er setzt dagegen:
„In der letzten Zeit geschieht viel in der Deutschen Friedhofslandschaft.
Es entstehen zahlreiche neue Bestattungsangebote – von pflegefreien Grabanlagen bis zu Baumbestattungen auf dem Friedhof.
Hier ist wirklich vieles im Wandel und das muss so sein, wenn wir unsere Friedhöfe auch in Zukunft mit Kultur und Leben füllen, sie fit für die Bedürfnisse der Menschen machen wollen.“

Die Experten wissen Rat

Am besten bespricht man letztlich natürlich mit einem Bestatter aus der Region, was auf dem Friedhof vor Ort alles umgesetzt werden kann.
Daniel Dreckmann
Weitere nützliche Tipps und Informationen zum Thema finden Interessierte unter:
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