30. April 2021
Ratgeber

Wenn das Haustier geht

Wenn ein geliebtes Haustier in die Jahre kommt und dann stirbt, stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. Die Nachfrage nach Tierfriedhöfen oder gar Bestattungen von Mensch und Tier gemeinsam, steigt. Foto: Dez_mez / pixabay.com

Tierbestattungen gewinnen zunehmend an Bedeutung

„Die Bedeutung von Haustieren nimmt immer weiter zu.
Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, wurden viele Haustiere angeschafft, um der Vereinsamung in der Pandemie zu entfliehen.
Viele ältere Menschen leben auch allein und haben ihr Haustier oft als einzigen emotionalen Bezugspunkt.
Wenn ein so geliebtes Tier dann stirbt, dann ist es heute für die meisten Menschen undenkbar, den Körper des Tieres einfach beseitigen zu lassen“, sagt Dr. Simon Walter, der Kulturbeauftragte der Stiftung Deutsche Bestattungskultur.

Haustiere sollen eine richtige Bestattung bekommen

„Haustiere sollen heute immer öfter eine richtige Bestattung bekommen.
Ein Grab im Garten ist vielen Menschen aber nicht möglich – und hier werden Alternativen gesucht.
Wir beobachten das mit großem Interesse, weil hier gerade sehr viel in Bewegung ist und sich ändert.
Das ist richtig spannend.“

Bestattungen und Tierbestattungen
sollten unternehmerisch aber sauber getrennt bleiben

Derzeit ist es so, dass es Bestatter gibt und Tierbestatter – und Friedhöfe und Tierfriedhöfe.
„Wir als Stiftung Deutsche Bestattungskultur finden es im Grunde nicht problematisch, wenn jemand beide Dienstleistungen anbietet.
Doch wir denken schon, dass beides sauber getrennt bleiben, also auch von zwei unterschiedlichen Unternehmen angeboten werden sollte, die dann von einer Person betrieben werden können“, führt Dr. Simon Walter aus.

Erste Friedhöfe in Deutschland
erproben Mensch-Tier-Bestattungen

Neben Tierfriedhöfen, auf denen Heimtiere bestattet werden können, bieten einige Friedhöfe in Deutschland mittlerweile auch sogenannte Mensch-Tier-Bestattungen an.
Dabei werden die Urnen von Mensch und Tier in einem gemeinsamen Grab beigesetzt.
Die Überführung und Einäscherung erfolgen zuvor allerdings streng getrennt zwischen Mensch und Tier.

Die Neuerungen spiegeln Lebenswirklichkeit wider

„Wir verfolgen sehr genau, wie Menschen dieses besondere Bestattungsangebot annehmen“, sagt der Kulturbeauftragte der Stiftung Deutsche Bestattungskultur.
„Letztlich spiegeln solche Neuerungen unserer Bestattungskultur ja die heutige Lebenswirklichkeit und die Bedürfnisse der Menschen wider.“

Die Trauer um ein geliebtes Haustier ist vielfach echt

Dr. Simon Walter verweist außerdem auf aktuelle Studien zum Umgang beim Tod eines Tieres, die ergeben haben, dass die Trauer um das geliebte Tier, mit dem man jeden Tag zusammen war, sehr oft größer ist als die Trauer zum Beispiel um einen entfernten Verwandten, den man nur selten gesehen hat.

Tierbestattungen können dem trauernden Menschen
gut tun

„Wir denken, dass Tierbestattungen, wenn sie dem Menschen gut tun, in Ordnung sind“, sagt Simon Walter.
„Welche langfristigen Entwicklungen und Trends sich in diesem Bereich noch ergeben werden und wie diese zu bewerten sind – das kann allerdings nur die Zukunft zeigen.“

Daniel Dreckmann

 

Wenn ein geliebtes Haustier in die Jahre kommt und dann stirbt, stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. Die Nachfrage nach Tierfriedhöfen oder gar Bestattungen von Mensch und Tier gemeinsam, steigt. Foto: Dez_mez / pixabay.com

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