5. Juli 2022
Saale-Orla-Kreis

Vielseitige Malerei mit Aha-Effekten

Andreas Werner aus Reinsdorf stellt Querschnitt seines künstlerischen Schaffens im Landratsamt Schleiz aus

Bildermacher Andreas Werner zur Ausstellungseröffnung im Landratsamt in Schleiz. (Foto: LRA/Brit Wollschläger)

Schleiz. Immer wieder bleiben Besucher und Mitarbeiter des Landratsamtes in Schleiz an diesen Bildern stehen und betrachten sie länger. „Es sind Aha-Effekte dabei. Man schaut sie einfach gern an, auch die vielen Details“, so Landrat Thomas Fühmann. „Kompliment, Sie haben sehr interessante Bilder gemalt, sie machen neugierig“, lobte Fügmann den Künstler und Aussteller Andreas Werner.

Unter dem Titel “Wettervorhersage.  Malerei von Andreas Werner ” werden seit dem 4. Juli bis 7. Oktober 40 Arbeiten im Foyer des Landratsamtes in Schleiz gezeigt. Andreas Werner, der sich als Bildermacher bezeichnet, aus Reinsdorf bei Zwickau, war im Hauptberuf einige Jahre als Bildbearbeiter bei der Tageszeitung „Freie Presse” tätig. Am Computerbildschirm war Schnelligkeit gefragt. Seine an der Staffelei entstehenden Arbeiten wachsen dagegen meistens über längere Zeit (mindestens Wochen) heran.

Als „geborenen Zeichner“ sieht sich Werner, Jahrgang 1958, nicht. Jedoch hätten ihn neben der Musik seit seiner Kindheit die bildenden Künste, ganz besonders die Malerei, interessiert und fasziniert.  Andreas Werner begann in einer Druckerei zu arbeiten, war etliche Jahre als Offsetdrucker tätig und beschäftigte sich in den 1980er Jahren im Förderstudio Grafik am Zwickauer Domhof mit Lithografie. Hinzu kam eigene Fotolaborarbeit. Autodidaktisch erarbeitete er sich einige fotografische Sonderverfahren und fertigte gebrauchsgrafische Arbeiten (Plakate und Faltblätter) an. Seit dieser Zeit stellte Andreas Werner zunächst seine Fotografien, später dann seine Malereien aus.

Mit der Ausstellung im Landratsamt in Schleiz – seiner neunten Ausstellung – möchte sich Andreas Werner einerseits im Saale-Orla-Kreis vorstellen und an bildender Kunst interessierten Menschen etwas Seh-Vergnügen oder Denkanstöße geben. Anderen Besuchern des Landratsamtes möchte er andererseits „im Vorübergehen eine kleine Brücke zum weiten Feld der heutigen Malerei bauen“, so Werner.
Präsentiert werden Landschaften, Portraits, Gedankenbilder, Wortspiele, Abstraktes, „Konstruktives“ und Humorvolles. Auch das Wetter spielt eine Rolle bei den Motiven. Erstaunlich ist die Vielfalt der ausgestellten Arbeiten, die das künstlerische Spektrum Werners in den vergangenen Jahren präsentieren. „Andere sprechen mehrere Fremdsprachen – ich male auf verschiedene Weise“, erklärt der Bildermacher aus der Nähe von Zwickau.

Unter anderem gibt es in der Schleizer Ausstellung ein Winter-Gemälde mit einer Ortsansicht der Kreisstadt. „Es entstand bei der Vorbereitung der Ausstellung. Ich war im Landratsamt, um mir die Ausstellungsräume anzusehen und habe danach ein Foto von Schleiz im Winter gemacht. Dieses diente mir als Skizze für das Bild,“ so Werner.

„Die Konstruktiven habe ich Anguck-Bilder genannt“, erklärte Andreas Werner den Gästen der Vernissage am 4. Juli. Und dann gibt es T. und R., die auf mehreren Bildern eine Rolle spielen. T. und R. beschreibt Werner als „zwei Wesen, die von Bild zu Bild ihre äußere Gestalt ändern und auch gern Schabernack treiben“. Es ist spannend, diesen beiden Wesen zuzuschauen, wie sie die Welt um sich herum entdecken und versuchen zu verstehen. Einflüsse großer Persönlichkeiten verschiedener Epochen – wie etwa Jules Verne – sind in den teilweise surrealistischen Darstellungen nicht zu übersehen.

„Ihre Arbeiten werden in diesen Wochen hier im Landratsamt sehr viele Leute sehen. Sie geben Denkanstöße und laden dazu ein, sich mit Kunst zu befassen. Mich haben sie als Fan ihrer Bilder gewonnen“, so Landrat Thomas Fügmann.

Für eine sehr anspruchsvolle musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung sorgte Noah Pahlke, Schüler des Gymnasiums Schleiz und der Musikschule des Saale-Orla-Kreises, am Keyboard.

 

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