5. August 2021
Saalfeld

Agathe – Initiative gegen Einsamkeit auch im Saale-Orla-Kreis

Susan Hall startet Ihr Projekt: „Älter werden in der Gemeinschaft – Thüringer Initiative gegen Einsamkeit“

Susan Hall hat ihre Tätigkeit als Agathe-Fachberaterin aufgenommen und ist im Bereich Ziegenrück, Ranis, Krölpa unterwegs. Foto: Susan Hall

In Ziegenrück kann man „Agathe“ ab dem 11. August kennenlernen. Agathe – so heißt das Projekt „Älter werden in der Gemeinschaft – Thüringer Initiative gegen Einsamkeit“ des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

Acht Landkreise und kreisfreie Städte haben sich erfolgreich an dem Konzeptauswahlprozess für die Umsetzung des Programms beteiligt. Neben dem Saale-Orla-Kreis sind das der Kyffhäuserkreis, Unstrut-Hainich-Kreis, der Landkreis Nordhausen und der Ilm-Kreis, der Kreis Altenburger Land sowie die Städte Erfurt und Jena. Dazu erklärt Sozialministerin Heike Werner: „Immer mehr Menschen in Thüringen aber auch deutschlandweit leben im Alter allein und fühlen sich einsam. Sie haben niemanden, der Ihnen im Alltag zur Seite steht. Soziale Kontakte sind oft auf ein Gespräch beim Bäcker und den Arztbesuch reduziert. Das möchten wir in Thüringen aktiv ändern. Wir möchten allen Menschen – besonders im Alter – gesellschaftliche Teilhabe und ein soziales Miteinander ermöglichen.“

„Das ist mein Traumberuf“

Im Saale-Orla-Kreis hat die erste Agathe-Fachberaterin ihre Arbeit aufgenommen und ist ab dem 11. August im Rathaus in Ziegenrück anzutreffen: Susan Hall. Sie ist Anfang 30, hat einen Bachelor-Abschluss im Fachgebiet Pflege und seit wenigen Tagen einen Master-Abschluss im Fach Pflegemanagement. „Ich freue mich sehr darauf, Menschen in unserer Region beraten, unterstützen und miteinander in Kontakt bringen zu können“, sagt sie. Erklären, anbieten, empfehlen, vernetzen kann sie gut. Ihr frischer Studienabschluss ist dafür eine ebenso gute Basis wie ihre praktische Erfahrung in der Pflege. Direkt nach dem Abitur in Schleiz ging sie nach Hamburg, um ein freiwilliges soziales Jahr in einer Behinderten- und Pflegeeinrichtung zu absolvieren. Bald stand für sie fest, dass sie im Bereich Pflege studieren und arbeiten will. „Das ist mein Traumberuf. Deshalb habe ich mich so über die Stellenausschreibung für das Agathe-Projekt gefreut. Das passt perfekt“, so die Ziegenrückerin. Förderfähig für das Agathe-Projekt sind nämlich qualifizierte Fachkräfte, die über sozial- und gesundheitspädagogische Abschlüsse oder über Abschlüsse im Bereich der Gesundheits‑, Kranken- oder Altenpflegeberufe verfügen – so wie Susan Hall.

Bedürfnisse älterer Menschen

Das Agathe-Programm zielt auf die Bedürfnisse älterer Menschen ab und soll damit gegen Einsamkeit wirken und für mehr Gemeinschaft im Alter sorgen. Die Agathe-Fachleute vor Ort sollen Beratungs-, Informations- und Weitervermittlungsangebote näher an ältere Menschen, die das Berufsleben bereits vor Jahren beendet haben, heran bringen. Sie sollen allein im eigenen Haushalt lebenden Seniorinnen und Senioren Angebote für die gesellschaftliche Teilhabe unterbreiten. Ziel ist der Erhalt der Selbstständigkeit und die Verbesserung der Lebensqualität. „Durch die gezielte Vermittlung in die Angebote und Netzwerke vor Ort soll erreicht werden, dass eine mögliche zukünftige Pflegebedürftigkeit hinauszögert oder bestenfalls sogar vermieden wird, also das die Seniorinnen und Senioren möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung zufrieden ihren Lebensabend verbringen können“, erklärt Susan  Hall. Es soll Veranstaltungen und Gespräche zum Kennenlernen geben. Die Warnung vor Enkeltrickbetrügern soll dabei ebenso eine Rolle spielen wie ganz konkrete Informationen zu Angeboten und Hilfen – beispielsweise, wo man einen Transportschein für die Fahrt ins Krankenhaus bekommt. „Vielleicht muss ich manche ältere Menschen auch überreden und überzeugen, überhaupt Hilfe anzunehmen“, meint Susan Hall.

Anzutreffen ist sie im Rathaus in Ziegenrück sowie in Ranis und Krölpa. Und selbstverständlich gilt das Beratungsangebot auch für Angehörige. Unter folgender Telefonnummer ist die Agathe-Fachberaterin ab sofort erreichbar:  0160-5848908, per Mail unter agathe@lrasok.thueringen.de. Eine weitere Agathe-Fachberaterin nimmt in Kürze in Oppurg ihre Tätigkeit auf, informiert Sozialplanerin Katja Lukas vom Fachbereich Jugend, Soziales und Familie im Landratsamt.

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