30. März 2021
Saalfeld

Der Biber als wichtiger Motor für die Artenvielfalt

Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger besucht Biberrevier Etzelbach im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Der Biber hat sich die Natur in der Saaleaue bei Rudolstadt zurück geholt. (Foto: Pixabay)

Schon seit einigen Jahren erobert sich der Biber am Etzelbach in der Saaleaue bei Rudolstadt die Natur zurück. Durch seine Gestaltungskraft sorgte er dafür, dass in der Aue wieder Kleingewässer für Amphibien und Flachwasserbereiche für seltene Vogelarten entstanden sind. „Der Biber ist ein wichtiger Motor für die Artenvielfalt und vollbringt eine wichtige Leistung für das Ökosystem. Was der Mensch mit teuren Maßnahmen zur Gewässer- und Auenentwicklung bezahlen würde, gestaltet der Biber kostenlos“, sagt Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger, der während seiner Frühlingsreise durch Thüringen am Montag den Etzelbach besuchte. Durch Dammbau- und Nageaktivitäten verändern Biber die Landschaft und tragen dazu bei, die Gewässer naturnah zu gestalten.

Begleitet wurde der Besuch unter anderem von Rainer Hämmerling, dem Kreisvorsitzenden des NABU Saalfeld-Rudolstadt. Der Nabu-Kreisverband hat schon lange den Wert des Gebietes in der Saaleaue einschließlich der Kiesgrube erkannt und einen Flächenkauf der Kiesgrube durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe angeregt. Damit konnte diese Fläche auf Dauer für den Naturschutz gesichert werden. Inzwischen kommen in der Umgebung um die Kiesgrube am Etzelbach unter anderem Bekassine, Waldwasserläufer, Sumpfrohrsänger und Eisvogel vor. Die zahlreichen Kleingewässer, die auch durch die Aktivitäten des Bibers entstanden sind, nutzen Amphibien wie Kreuzkröte, Laubfrosch, Grasfrosch und Teichmolch als Laichgewässer. „Die Gestaltungskraft des Bibers in unseren Flussauen ist ein großer Gewinn für die Natur und uns Menschen. Unsere Aufgabe ist es seinen Lebensraum an den Gewässern ausreichend zu schützen sowie mögliche Konflikte mit den Nutzern zu minimieren“, so der Nabu-Präsident.

Damit Auen sich weitestgehend naturnah entwickeln können und der Biber auch genügend Raum zur Verfügung hat, sieht Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des Nabu Thüringen, die Schaffung eines landeseigenen Fonds für den Kauf von Flächen an Gewässern und in den Gewässerauen als eine wichtige Maßnahme an. Mit dem Erwerb von Flächen und der Extensivierung der Nutzung können eine Verbesserung der Gewässerstruktur erreicht und die dortigen Lebensräume in Zusammenarbeit mit dem Biber auf Dauer entwickelt und gesichert werden. Nutzungskonflikte mit den Aktivitäten des Bibers minimieren sich und Wasser wird länger in der Landschaft zurückgehalten.

Nabu-Visite am Etzelbach. (Foto: Friedhelm Petzke)

 

Auch interessant