19. Oktober 2020
Saalfeld

Sterben ist auch Leben – Leben vor dem Tod

Ambulanter Hospizdienst bietet Begleitung und informiert über Ehrenamtsarbeit

Christine Josiger (v.l.) Leiterin des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes, mit den Koordinatorinnen Anne-Katrin Schmidt und Anke Schmidt. (Foto: Sandra Smailes)

„Wir können dem verbleibendem Leben nicht mehr Zeit geben, aber der verbleibenden Zeit mehr Leben“, dieser Satz der britischen Krankenschwester Cicely Saunders ist das Leitmotiv des ambulanten Hospizdienstes der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein sowie dessen ehrenamtlicher Begleiterinnen und Begleitern und der drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen.

Hospizdienst bedeutet Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie ihrer Zugehörigen im häuslichen Bereich, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern. Beim Hören des Wortes Hospiz denken viele Menschen an Sterben und Tod – das ist wohl richtig, doch Sterben ist auch Leben – Leben vor dem Tod. „Und wir wollen dazu beitragen, dass dieser Weg mit Dingen gefüllt wird, die für die Betroffenen wichtig und notwendig sind“, sagten die Begleiter und Mitarbeiterinnen.

Menschen suchen in schweren Stunden Trost und Hoffnung, Geborgenheit und Wärme, Kraft und Mut. Die Betroffenen und ihre Zugehörigen befinden sich häufig in einem Chaos der Gefühle. Dann können Begleiter individuelle Unterstützer sein. Sie erspüren die Waage zwischen Reden und Schweigen, Kommen und Gehen, Weinen und Lachen. Und bestärken die Betroffenen, wichtige Angelegenheiten auch selbst zu regeln.

Dabei fällt dem Ehrenamt eine tragende Rolle zu. Denn die Begleitung übernehmen liebevolle und sozial engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeder einzelne von ihnen besitzt unterschiedliche Gaben und Talente, die sie für die Umsetzung der Hospizidee nutzen.

„Wir sind immer wieder dankbar für Menschen, die sich uns anschließen möchten. Diese werden in einem besonderen Befähigungskurs auf ihren tiefgründigen Dienst am Menschen vorbereitet“, informiert Leiterin Christine Josiger und sagt: „In der vergangenen Zeit wurden immer wieder Begleitungsanfragen aus ihrem Gebiet an uns gestellt und wir möchten diesen Anfragen gerecht werden. Dazu brauchen wir ihre Hilfe. Suchen Sie ein Ehrenamt? Fühlen Sie sich von der Notwendigkeit unseres Dienstes angesprochen? Möchten Sie den Befähigungskurs besuchen? Dann melden sie sich bei uns.“

Von Sandra Smailes

Kontakt:

Bad Lobenstein/Schleiz:  Tel.: 036651 – 3989-3989, Mail: Hospiz.Lobenstein@diakonie-wl.de

Saalfeld/Pößneck/Triptis: Tel.: 03671 – 5254 – 955, Mail: Hospiz.Saalfeld@diakonie-wl.de

Handreichung: Tod und Trauer

Der ambulante Hospizdienst der Diakoniestiftung hat das Heft „Abschied. Eine Hilfe zum Umgang mit Tod und Trauer“ aktualisiert. Die Handreichung will in Tagen mit eingeschränktem persönlichem Kontakt Halt geben.

Die Broschüre spiegelt die Erfahrungen der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden des Hospizdienstes wieder. Auf 40 Seiten sind Texte und Fotos, Lieder, Gebete,

Gedichte und Geschichten zu finden. Das Heft gibt Handlungshilfen für den Umgang mit Sterbenden und nach dem Tod. Bestellung (Preis 4,50 Euro):  Sandra Smailes, Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 036651 – 3989-1040, S.Smailes@diakonie-wl.de

Ein Holzkreuz umgeben von Herbstlaub (Foto: Sandra Smailes)
Abschieds-Szene (Foto: Sandra Smailes)

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