Welt der Kostüme - Trends und Tipps - meinanzeiger.de
28. Januar 2020
Saalfeld

Welt der Kostüme

Trends und Tipps für die fünfte Jahreszeit von Kostümverleiherin Eveline Sieler

Seit 30 Jahren verleihen Eveline Sieler und ihr Mann Engelbert aus Ronneburg Kostüme. Foto: Zielinski

Von Peter Zielinski

Weit über zwei Millio­nen Faschings­kostüme werden in dieser Karnevalssaison deutschlandweit über den ­Ladentisch gehen, nicht nur in den Hochburgen am Rhein. Zwar ist der Straßenfasching in Thüringen nicht ganz so verbreitet, aber die Bälle und ­Veranstaltungen stehen denen in Köln, Düsseldorf und Mainz nicht im Geringsten nach. Grundausstattung ist neben der guten Laune ein originelles ­Kostüm. Seit 30 Jahren verleihen Eveline Sieler und ihr Mann Engelbert aus Ronneburg Kostüme für Veranstaltungen und Feierlichkeiten. Der ­Kostümverleih ­„Nostalgie“ ist mit 40 000 Einzelteilen der größte seiner Art in Mitteldeutschland und kann auf eine über 100-­jährige ­Geschichte zurückblicken.

Frau Sieler, was ist in dieser Saison gefragt?

Jede Karnevalsaison hat ihre Trends. Im letzten Jahr waren es kuschelige Plüschkostüme und Tiere oder Essbares wie Ananas und andere Früchte. In diesem Jahr werden es eventuell die süßen Verführungen sein. Donuts, Gummibärchen und Schokoriegel. So genau kann man das nicht sagen, denn der Trend entwickelt sich erst im Laufe der Saison. Was aber immer geht, sind die ­Klassiker wie Pirat und Musketier für die Männer. Die wollen immer heldenhaft sein. Für die ­Frauen etwas Hübsches. Frauen wollen immer schön sein oder eine Hexe. Aber das funktioniert nur, wenn die Frau auch böse schauen kann. Was nützt das ­gruseligste Faschingskostüm, wenn der oder die Trägerin nur lieb aus der Wäsche guckt? Im Trend liegen auch TV-Serienhelden. Sicher werden die Bankräuber aus der spanischen TV-Serie „Haus des Geldes“ in den roten Overalls und mit den weißen Dali-Masken auch auf den Straßen und in den Sälen zu sehen sein.

Worauf muss man bei einem Kostüm besonders achten?

Die Länge der Kostüme ist wichtig, denn die Sturzgefahr im Faschingstrubel ist relativ groß und schnell ist mal einer beim Tanzen aufs Kleid ­getreten.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem ­gekauften und einem Faschings­kostüm aus einem Verleih?

Beides hat seine Berech­tigung. Das kommt immer darauf an, was man vorhat. Möchte man nur an einer Veranstaltung teilnehmen, dann ist sicher auch ein gekauftes Kostüm angebracht. ­Achten sollte man aber auf die ­Stoffqualität. Billige Kostüme sind aus Kunstfasern gefertigt, die Stoffe sind dünn und die Verarbeitung ist auch nur mittelmäßig. Das stellt man am deutlichsten an den Nähten fest. Einfache Nähte reißen schnell. Bei Nichtgefallen einer im Internet ­bestellten Ware können Faschingsfans die zwar umtauschen, das kostet aber Zeit. Will man auf einen Ball gehen und tanzen, sollte man daran denken, dass man ins Schwitzen kommen wird. Kunstfaserstoffe ­müffeln da schneller. Am besten ­besucht man für den Kauf ein Fachgeschäft. Dort wird man beraten und kann das Kostüm auch anprobieren.
Wenn man mehrere Veranstaltungen besuchen und richtig Freude am Kostüm haben will, dann sind natürlich Sitz und Tragekomfort entscheidend. Das geliehene Kostüm wird an den Kunden angemessen. Wir haben auch schon aus zwei Uniformen eine gemacht, wenn der Kunde etwas stattlicher war. Einmal gefertigt, sollen sie auch 30 Jahre und länger im Verleih halten. Schließlich wird sich darin viel bewegt, getanzt, geschwitzt, gefeiert – das wird richtig strapaziert. Ähnlich den Bühnen­kostümen beim Theater.

Worauf soll man noch ­achten?

Die Pflege der Kostüme ist extrem wichtig: reinigen, ­waschen, reparieren. Der Vorteil beim Kostüm aus dem Verleih ist, dass diese Arbeit die Firma für den Kunden erledigt.

Als was werden Sie sich in diesem Jahr verkleiden?

Hexe. Ich liebe Hexe.

 

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